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Versbuch

Weihe der Freundschaft

Louise Otto-Peters · 18191895

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1893

O sel’ge Stunde stiller Weihe,Wo Seele sich zur Seele neigt,Und vor dem Flug zur HimmelsfreieDer Staub der Erde von uns weicht.

Wo wir gleichstrebend uns erkennen,Nach Herz und Geist uns ganz verstehn,Und ob wir’s Freundschaft – Liebe nennen,Den Himmel plötzlich offen sehn,

O sel’ge Stunde, weile, weile!Geöffnet ist das Sonnenthor –Ein Segensspruch von ew’gem HeileTrägt uns begeistrungsvoll empor.

O nur empor! wenn’s draußen dunkeltUm uns ist Licht und Seligkeit!Wenn hell der Stern der Liebe funkelt,Ist unsre Liebe gottgeweiht.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Mein Lebensgang. Gedichte aus fünf Jahrzehnten. S. 316, 1. Auflage, Moritz Schäfer, Leipzig, 1893
Digitalisat
de.wikisource.org — „Weihe der Freundschaft“, Fassung 638.551 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Louise Otto-Peters starb 1895; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1965 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118590901 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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