Auf Ludwig Uhlands Hochzeit
Gustav Schwab · 1792–1850
36 Zeilen in 9 Strophen · zuerst gedruckt 1828
Wohl dem, der das errungen,Was unser Freund errang,Dem, wie ihm viel gelungen,Das Leben auch gelang.
Zum Kranz der Bürgertugend,Den ihm das Volk verlieh,Zum Kranz der ew’gen Jugend,Der süßen Poesie,
Reicht Sie den Kranz der Liebe,Im Stolz der treuen Brust,Die mit dem schönsten TriebeZu schalten frei gewußt.
Jetzt wird aus Ihrem BildeDer Dichtkunst Born genährt;Jetzt wird von Lieb’ und MildeDas strenge Recht verklärt.
Drum Heil dir, Paar! am Ziele,Heil in dein neues Haus!Ich weiß, es sprechen VieleMit mir den Segen aus.
Viel Freunde sprechen’s, ächte,Die Eure Wonne labt,Es sprechen’s die Geschlechte,Die Ihr verbunden habt.
Und wem des Mannes RingenDen vaterländ’schen MuthGestählt; und wem sein SingenZum Herzen trieb das Blut:
Heil rufen sie dem Bunde,Sie jubeln Alle drob:Drum gönnt auch meinem MundeDas ungestüme Lob.
Die Liebe mag verdunkelnJedweden andern Stern,Doch ihr zur Seite funkelnLäßt sie die Freundschaft gern.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte. 1. Band, S. 95–96, Cotta, Stuttgart und Tübingen, 1828
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Auf Ludwig Uhlands Hochzeit“, Fassung 1.371.558 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Gustav Schwab starb 1850; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1920 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118762745 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.