Anlass
Weihnachtsgedichte aus alten Druckausgaben
Diese Gruppe umfasst 43 Gedichte rund um Weihnachten und Advent, von 17 Verfassern; das kürzeste hat acht Zeilen, das längste 248, in der Mitte liegen vierzig. Weil der Bestand überschaubar ist, sind alle 43 Titel mit Verfasser, Zeilenzahl und Druckjahr aufgeführt. Damit steht vorab fest, ob ein Text auf eine Karte passt oder eine Vorlesestunde füllt.
43 Gedichte von 17 Verfasserinnen und Verfassern · davon 5 mit höchstens 12 Zeilen
Alle Gedichte: Weihnachten
Zuerst die Gedichte, die das Stichwort schon im Titel tragen, danach die kürzeren vor den längeren. Jede Zeilenzahl ist gezählt.
- Der WeihnachtsbaumErnst Moritz Arndt · 32 Zeilen
- Unser WeihnachtsbaumRudolf Lavant · 48 Zeilen
- Der WeihnachtsbaumJoachim Ringelnatz · 70 Zeilen
- AdventRainer Maria Rilke · 8 Zeilen
- WeihnachtenJoachim Ringelnatz · 8 Zeilen
- AdventRainer Maria Rilke · 9 Zeilen
- Vorfreude auf WeihnachtenJoachim Ringelnatz · 12 Zeilen
- Weihnacht in AjaccioConrad Ferdinand Meyer · 12 Zeilen
- Bürgerliches WeihnachtsidyllAlfred Henschke · 14 Zeilen
- Verse zum AdventTheodor Fontane · 15 Zeilen
- WeihnachtsliedTheodor Storm · 15 Zeilen
- WeihnachtenJoseph von Eichendorff · 16 Zeilen
- Das WeihnachtsbäumleinChristian Morgenstern · 18 Zeilen
- WeihnachtenJohann Wolfgang von Goethe · 18 Zeilen
- Großstadt-WeihnachtenKurt Tucholsky · 25 Zeilen
- WeihnachtsabendTheodor Storm · 25 Zeilen
- WeihnachtenKurt Tucholsky · 26 Zeilen
- WeihnachtAlfred Henschke · 32 Zeilen
- WeihnachtenKurt Tucholsky · 34 Zeilen
- WeihnachtsliedDetlev von Liliencron · 40 Zeilen
- Weihnacht zur SeeJoachim Ringelnatz · 42 Zeilen
- Weihnacht.Rudolf Lavant · 49 Zeilen
- WeihnachtenRudolf Lavant · 49 Zeilen
- WeihnachtenRudolf Lavant · 49 Zeilen
- WeihnachtRudolf Lavant · 50 Zeilen
- Einladung auf WeihnachtenFriedrich Rückert · 53 Zeilen
- Weihnacht 1888Rudolf Lavant · 56 Zeilen
- WeihnachtenRudolf Lavant · 58 Zeilen
- Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel DaddelduJoachim Ringelnatz · 63 Zeilen
- Rothe Weihnachten!Rudolf Lavant · 64 Zeilen
- WeihnachtsabendRudolf Lavant · 65 Zeilen
- WeihnachtsspaziergangOtto Ernst · 72 Zeilen
- ChristnachtKarl Henckell · 110 Zeilen
- WeihnachtsepistelOtto Ernst · 248 Zeilen
- Mein kleiner FreundRudolf Lavant · 21 Zeilen
- EinkäufeKurt Tucholsky · 25 Zeilen
- Einsiedlers heiliger AbendJoachim Ringelnatz · 32 Zeilen
- Knecht RuprechtTheodor Storm · 34 Zeilen
- ChristbescherungLouise Otto-Peters · 40 Zeilen
- Des fremden Kindes heiliger ChristFriedrich Rückert · 90 Zeilen
- Hubert in HofTheodor Fontane · 91 Zeilen
- Aus der GesellschaftTheodor Fontane · 163 Zeilen
- Des Jahres erste HälfteLouise Otto-Peters · 210 Zeilen
Dieselben Gedichte, anders sortiert
Die häufigste Frage vor der Auswahl ist die Länge. Jede Untergruppe nennt die Regel, nach der sie gebildet ist — gezählt, belegt oder aus unserer eigenen Ordnung.
Kurz genug für eine Karte (5)
Höchstens zwölf Zeilen. Gezählt, nicht geschätzt.
- AdventRainer Maria Rilke · 8 Zeilen
- WeihnachtenJoachim Ringelnatz · 8 Zeilen
- AdventRainer Maria Rilke · 9 Zeilen
- Vorfreude auf WeihnachtenJoachim Ringelnatz · 12 Zeilen
- Weihnacht in AjaccioConrad Ferdinand Meyer · 12 Zeilen
Lang genug zum Vorlesen (18)
Dreizehn bis vierzig Zeilen — etwa ein bis drei Minuten laut gelesen. Gezählt.
- Der WeihnachtsbaumErnst Moritz Arndt · 32 Zeilen
- Bürgerliches WeihnachtsidyllAlfred Henschke · 14 Zeilen
- Verse zum AdventTheodor Fontane · 15 Zeilen
- WeihnachtsliedTheodor Storm · 15 Zeilen
- WeihnachtenJoseph von Eichendorff · 16 Zeilen
- Das WeihnachtsbäumleinChristian Morgenstern · 18 Zeilen
- WeihnachtenJohann Wolfgang von Goethe · 18 Zeilen
- Großstadt-WeihnachtenKurt Tucholsky · 25 Zeilen
- WeihnachtsabendTheodor Storm · 25 Zeilen
- WeihnachtenKurt Tucholsky · 26 Zeilen
- WeihnachtAlfred Henschke · 32 Zeilen
- WeihnachtenKurt Tucholsky · 34 Zeilen
- WeihnachtsliedDetlev von Liliencron · 40 Zeilen
- Mein kleiner FreundRudolf Lavant · 21 Zeilen
- EinkäufeKurt Tucholsky · 25 Zeilen
- Einsiedlers heiliger AbendJoachim Ringelnatz · 32 Zeilen
- Knecht RuprechtTheodor Storm · 34 Zeilen
- ChristbescherungLouise Otto-Peters · 40 Zeilen
Aus dem 19. Jahrhundert und davor (14)
Der Verfasser starb vor 1900. Das Sterbejahr ist aus dem GND-Datensatz der Deutschen Nationalbibliothek belegt.
- Der WeihnachtsbaumErnst Moritz Arndt · 32 Zeilen
- Weihnacht in AjaccioConrad Ferdinand Meyer · 12 Zeilen
- Verse zum AdventTheodor Fontane · 15 Zeilen
- WeihnachtsliedTheodor Storm · 15 Zeilen
- WeihnachtenJoseph von Eichendorff · 16 Zeilen
- WeihnachtenJohann Wolfgang von Goethe · 18 Zeilen
- WeihnachtsabendTheodor Storm · 25 Zeilen
- Einladung auf WeihnachtenFriedrich Rückert · 53 Zeilen
- Knecht RuprechtTheodor Storm · 34 Zeilen
- ChristbescherungLouise Otto-Peters · 40 Zeilen
- Des fremden Kindes heiliger ChristFriedrich Rückert · 90 Zeilen
- Hubert in HofTheodor Fontane · 91 Zeilen
- Aus der GesellschaftTheodor Fontane · 163 Zeilen
- Des Jahres erste HälfteLouise Otto-Peters · 210 Zeilen
Aus dem 20. Jahrhundert (29)
Der Verfasser starb 1900 oder später. Ebenfalls aus dem GND-Datensatz belegt.
- Unser WeihnachtsbaumRudolf Lavant · 48 Zeilen
- Der WeihnachtsbaumJoachim Ringelnatz · 70 Zeilen
- AdventRainer Maria Rilke · 8 Zeilen
- WeihnachtenJoachim Ringelnatz · 8 Zeilen
- AdventRainer Maria Rilke · 9 Zeilen
- Vorfreude auf WeihnachtenJoachim Ringelnatz · 12 Zeilen
- Bürgerliches WeihnachtsidyllAlfred Henschke · 14 Zeilen
- Das WeihnachtsbäumleinChristian Morgenstern · 18 Zeilen
- Großstadt-WeihnachtenKurt Tucholsky · 25 Zeilen
- WeihnachtenKurt Tucholsky · 26 Zeilen
- WeihnachtAlfred Henschke · 32 Zeilen
- WeihnachtenKurt Tucholsky · 34 Zeilen
- WeihnachtsliedDetlev von Liliencron · 40 Zeilen
- Weihnacht zur SeeJoachim Ringelnatz · 42 Zeilen
- Weihnacht.Rudolf Lavant · 49 Zeilen
- WeihnachtenRudolf Lavant · 49 Zeilen
- WeihnachtenRudolf Lavant · 49 Zeilen
- WeihnachtRudolf Lavant · 50 Zeilen
- Weihnacht 1888Rudolf Lavant · 56 Zeilen
- WeihnachtenRudolf Lavant · 58 Zeilen
- Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel DaddelduJoachim Ringelnatz · 63 Zeilen
- Rothe Weihnachten!Rudolf Lavant · 64 Zeilen
- WeihnachtsabendRudolf Lavant · 65 Zeilen
- WeihnachtsspaziergangOtto Ernst · 72 Zeilen
- ChristnachtKarl Henckell · 110 Zeilen
- WeihnachtsepistelOtto Ernst · 248 Zeilen
- Mein kleiner FreundRudolf Lavant · 21 Zeilen
- EinkäufeKurt Tucholsky · 25 Zeilen
- Einsiedlers heiliger AbendJoachim Ringelnatz · 32 Zeilen
Der Kalender für Weihnachten 2026
Wer ein Gedicht für einen bestimmten Abend sucht, braucht zuerst das Datum. Für 2026 fallen die Termine so:
- 1. Advent
- Sonntag, 29. November
- 2. Advent
- Sonntag, 6. Dezember
- 3. Advent
- Sonntag, 13. Dezember
- 4. Advent
- Sonntag, 20. Dezember
- Heiligabend
- Donnerstag, 24. Dezember
Zwischen dem 1. Advent und Heiligabend liegen 25 Tage. Die Daten sind aus dem Jahr berechnet, nicht eingetragen: Der 4. Advent ist der Sonntag am oder vor dem 24. Dezember, die drei anderen liegen je eine Woche davor.
Was hier zu Weihnachten liegt – und wofür es sich eignet
43 Gedichte sind ein kleiner Bestand, und er ist ungleich verteilt. Rudolf Lavant steuert zehn Texte bei, fast ein Viertel; Joachim Ringelnatz kommt auf sechs, Kurt Tucholsky auf vier, Theodor Fontane und Theodor Storm auf je drei. Otto Ernst, Alfred Henschke, Louise Otto-Peters, Friedrich Rückert und Rainer Maria Rilke sind mit je zweien vertreten. Die restlichen sieben Namen – Ernst Moritz Arndt, Detlev von Liliencron, Karl Henckell, Conrad Ferdinand Meyer, Joseph von Eichendorff, Christian Morgenstern und Johann Wolfgang von Goethe – stehen mit je einem Gedicht hier.
Die Längen laufen von acht bis 248 Zeilen, der Median liegt bei vierzig. Nach Bändern geordnet: zwei Gedichte haben fünf bis acht Zeilen, drei neun bis zwölf, sechs dreizehn bis zwanzig, zwölf einundzwanzig bis vierzig, vierzehn einundvierzig bis achtzig, sechs mehr als achtzig. Unter fünf Zeilen fällt keines. Sechsundzwanzig der 43 Texte, gut die Hälfte, liegen also zwischen 21 und 80 Zeilen. Die Druckjahre reichen von 1828 bis 1990, neun Einträge stammen aus einer Ausgabe der 1910er Jahre, je sieben aus den 1880ern und den 1890ern.
Für eine Karte wird es eng: nur fünf der 43 Gedichte haben höchstens zwölf Zeilen. Es sind „Weihnachten“ von Joachim Ringelnatz, 1910 gedruckt, acht Zeilen, Anfang „Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle,“; zweimal „Advent“ von Rainer Maria Rilke, mit acht Zeilen nach dem Druck von 1913 und mit neun nach dem von 1898; „Weihnacht in Ajaccio“ von Conrad Ferdinand Meyer, 1882, zwölf Zeilen; und „Vorfreude auf Weihnachten“, wieder Ringelnatz, 1933, ebenfalls zwölf Zeilen, beginnend mit „Ein Kind – von einem Schiefertafel-Schwämmchen“. Mehr gibt dieser Bestand in Kartenlänge nicht her.
Gleiche Titel kommen mehrfach vor, und das lässt sich verwechseln. Achtmal heißt ein Eintrag hier schlicht „Weihnachten“; je zweimal „Weihnacht“, „Weihnachtsabend“, „Weihnachtslied“, „Advent“ und „Der Weihnachtsbaum“. Die beiden Rilke-Gedichte mit dem Titel „Advent“ beginnen sogar beide mit derselben Zeile, „Es treibt der Wind im Winterwalde“, und unterscheiden sich nur in Zeilenzahl und Druckjahr. „Der Weihnachtsbaum“ steht einmal für Ernst Moritz Arndt, 1860, 32 Zeilen, Anfang „Steht er da der Weihnachtsbaum“, und einmal für Ringelnatz, 1910, 70 Zeilen. Verfasser und Jahr gehören deshalb zu jeder Weitergabe.
Rudolf Lavants zehn Beiträge sind die größte Einzelgruppe; ihre Druckjahre reichen von 1879 bis 1965. „Weihnacht.“ von 1879 hat 49 Zeilen und beginnt mit „Weithin verschneit das schweigende Gefild,“. „Weihnacht“ von 1880 kommt auf 50 Zeilen, „Weihnachtsabend“ von 1886 auf 65, „Weihnacht 1888“ nach dem Druck von 1893 auf 56 Zeilen mit dem Anfang „Ihr sagt von uns, wir seien abgestorben“. „Unser Weihnachtsbaum“ mit 48 Zeilen ist unter 1965 verzeichnet – das Jahr der Ausgabe, aus der die Fassung stammt, nicht das der Niederschrift.
Nicht bei jedem Eintrag ist die erste erfasste Zeile auch der Gedichtanfang. Drei der vier Tucholsky-Texte führen dort die Signatur „von Theobald Tiger“ beziehungsweise „Von Theobald Tiger“, das Pseudonym des Verfassers: „Großstadt-Weihnachten“ mit 25 Zeilen von 1913, „Weihnachten“ mit 34 Zeilen von 1919 und „Einkäufe“ mit 25 Zeilen, ebenfalls 1919. Beim vierten, „Weihnachten“ von 1919 mit 26 Zeilen, steht der Anfang selbst: „So steh ich nun vor deutschen Trümmern“. Auch bei Lavant von 1883 ist die oberste Zeile ein Druckvermerk: „(Illustration Seite 169.)“. Beim Vorlesen bleibt so etwas weg.
Wer eine Feier bestreiten muss, greift zur mittleren Länge; zwölf Gedichte liegen zwischen einundzwanzig und vierzig Zeilen. „Weihnachtslied“ von Detlev von Liliencron, 1902 gedruckt, hat vierzig Zeilen und beginnt mit „Seht! der jetzt hier vor euch steht,“. „Christbescherung“ von Louise Otto-Peters, 1893, ist ebenfalls vierzig Zeilen lang, Anfang „Der Christnacht heilig’ Offenbaren,“. „Knecht Ruprecht“ von Theodor Storm nach dem Druck von 1889 hat 34 Zeilen und setzt mit „Von drauß’ vom Walde komm ich her;“ ein. Vierzig Zeilen dauern gesprochen knapp zwei Minuten.
Sechs Texte überschreiten achtzig Zeilen. Der längste ist „Weihnachtsepistel“ von Otto Ernst, 1903 gedruckt, 248 Zeilen, Anfang „Weihnacht kommt heran, das Fest der Kleinen,“. Es folgen „Des Jahres erste Hälfte“ von Louise Otto-Peters, 1893, mit 210 Zeilen, „Aus der Gesellschaft“ von Theodor Fontane, 1905, mit 163, „Christnacht“ von Karl Henckell, 1921, mit 110, „Hubert in Hof“ wieder von Fontane, 1905, mit 91 und „Des fremden Kindes heiliger Christ“ von Friedrich Rückert, 1841, mit 90 Zeilen. Für den Abend zwischen Braten und Bescherung ist das viel; reicht die Zeit nur für eine Strophe, gehört der Hinweis darunter, dass es eine ist.
Gemeinfrei heißt hier: Alle Verfasser sind seit mindestens siebzig vollen Kalenderjahren tot, das Urheberrecht ist nach § 64 in Verbindung mit § 69 UrhG erloschen. Abschreiben, drucken, auf eine Karte setzen, vertonen, aufführen, auch gegen Geld weitergeben – nichts davon muss jemand erlauben. Ausgenommen bleiben Übersetzungen und eigenständige Bearbeitungen, die nach § 3 UrhG eigenen Schutz genießen. Die Schreibungen stammen aus den Druckausgaben und wurden nicht geglättet: „daß Gott erbarm!“ mit ß, „heilig’ Offenbaren“ und „Von drauß’ vom Walde“ mit dem Apostroph für ein weggefallenes e.