Das Weihnachtsbäumlein
Christian Morgenstern · 1871–1914
18 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1921
Es war einmal ein Tännelein,mit braunen Kuchenherzleinund Glitzergold und Äpflein feinund vielen bunten Kerzlein:Das war am Weihnachtsfest so grün,als fing es eben an zu blühn.
Doch nach nicht gar zu langer Zeit,da stand’s im Garten unten,und seine ganze Herrlichkeitwar, ach, dahingeschwunden.Die grünen Nadeln war’n verdorrt,die Herzlein und die Kerzlein fort.
Bis eines Tags der Gärtner kam,den fror zu Haus im Dunkeln,und es in seinen Ofen nahm –hei! tat’s da sprühn und funkeln!Und flammte heim- und himmelwärtsin hundert Flämmlein an Gottes Herz.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Klein Irmchen, 1921
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Das Weihnachtsbäumlein“, Fassung 3.092.676 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Christian Morgenstern starb 1914; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1984 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11881169X der Deutschen Nationalbibliothek.
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