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Versbuch

Thema

Humorvolle Gedichte: 28 Texte, vollständig und gemeinfrei

Achtundzwanzig Gedichte stehen unter diesem Stichwort beisammen, das kürzeste sieben Zeilen lang, das längste 128. Häufigster Verfasser ist Joachim Ringelnatz mit sechs Texten, vor Wilhelm Busch mit fünf und Heinrich Heine mit vier. Jedes Gedicht steht vollständig da, mit Zeilenzahl, Verfasser und der Druckausgabe, aus der es stammt.

28 Gedichte von 11 Verfasserinnen und Verfassern · davon 4 mit höchstens 12 Zeilen

Alle Gedichte: Humor

Zuerst die Gedichte, die das Stichwort schon im Titel tragen, danach die kürzeren vor den längeren. Jede Zeilenzahl ist gezählt.

Was in dieser Gruppe steht – und wie man daraus wählt

Achtundzwanzig Gedichte stehen unter diesem Stichwort, verteilt auf elf Verfasserinnen und Verfasser. Am häufigsten vertreten ist Joachim Ringelnatz mit sechs Texten, danach Wilhelm Busch mit fünf und Heinrich Heine mit vier. Otto Ernst und Rudolf Lavant kommen je dreimal vor, Marie Eugenie Delle Grazie zweimal; August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Theodor Fontane, Paul Haller, Christian Fürchtegott Gellert und Karl Streckfuß sind mit je einem Text vertreten. Diese Zuordnung stammt nicht aus den Druckausgaben. Sie entsteht aus den Wörtern der Gedichte selbst und ist damit die Ordnung dieser Seite, nicht die der Quelle. Ein gesuchter Klassiker kann darum fehlen; wer einen Ausgangspunkt sucht, hat hier achtundzwanzig davon.

Die Längen liegen weit auseinander: Das kürzeste Gedicht hat sieben Zeilen, das längste 128, und in der Mitte der nach Länge sortierten Reihe stehen 36 Zeilen. Genau vier Texte kommen mit höchstens zwölf Zeilen aus, und diese vier sind für eine Karte oder eine Widmung die naheliegendsten: Heinrich Heines „Wer zum erstenmale liebt“, sieben Zeilen, Jahr 1827; Ringelnatz’ „Wer hört ein Stäubchen lachen?“ von 1933, acht Zeilen, das mit „Stäubchen stob durch die Stube.“ anhebt; Wilhelm Buschs „Die Tante winkt, die Tante lacht“, acht Zeilen, erste Zeile „He, Fritz, komm mal herein!“; und Heines elfzeiliges „Die Erde war so lange geizig“, ebenfalls 1827.

Der Schwerpunkt des Bestands liegt deutlich höher. Zehn der achtundzwanzig Texte haben zwischen 21 und 40 Zeilen, sechs zwischen 41 und 80, vier mehr als 80; nur vier liegen zwischen 13 und 20 Zeilen. Für eine Rede oder eine Feierstunde ist damit das mittlere Band das ergiebigste: Otto Ernsts „Blühendes Glück“ von 1907 mit 24 Zeilen, beginnend mit „Als wir für das Leben uns verbanden,“; Theodor Fontanes „Walter Scott in Westminster-Abtei“ von 1905 mit 26 Zeilen und dem Auftakt „Ganz London flaggt und jubelt und rennt,“; Ringelnatz’ „Enge Künstlerschaft“ von 1928 mit 28 Zeilen; Wilhelm Buschs „Der Narr“ mit ebenfalls 28 Zeilen.

Der zeitliche Abstand innerhalb der Gruppe ist beträchtlich: Die Druckjahre reichen von 1769 bis 1960. Das früheste trägt Christian Fürchtegott Gellerts „Der Proceß“, 93 Zeilen, erste Zeile „Ja, ja Processe müssen seyn!“; das späteste Jahr, 1960, tragen alle fünf Busch-Texte. Dazwischen liegen zwei Gedichte aus den 1820er Jahren, eines aus den 1830ern, zwei aus den 1850ern, zwei aus den 1880ern, je vier aus den 1890ern und den 1900ern, eines aus den 1910ern, zwei aus den 1920ern und vier aus den 1930ern. Angegeben ist stets das Jahr der Ausgabe, aus der ein Text übernommen wurde, nicht das Jahr seiner Entstehung.

Ringelnatz’ sechs Texte verteilen sich über die Jahre 1910 bis 1934 und über acht bis fünfzig Zeilen. Der kürzeste ist der genannte Achtzeiler von 1933, der längste „Aus dem Tagebuch eines Bettlers“ aus demselben Jahr mit 50 Zeilen und der ersten Zeile „Ich klingelte. Ich bettelte um Brot.“. Zwei von ihnen sind exakt gleich lang, je sechzehn Zeilen, stammen aber aus verschiedenen Ausgaben: „Heilsarmee“ mit der Jahreszahl 1932, beginnend mit „Es singen auf der Straße“, und „Herbst in der Bodega“ mit der Jahreszahl 1934, dessen erste Zeile „Mich kitzelt was – nichts weibliches –“ lautet.

Vier Texte überschreiten achtzig Zeilen und sind eher etwas zum stillen Lesen als für einen Vortrag zwischen Suppe und Hauptgang. Der längste der Gruppe ist Heinrich Heines „Der Ex-Nachtwächter“ von 1851 mit 128 Zeilen, erste Zeile „Mißgelaunt, sagt man, verließ er“. Es folgen Karl Streckfuß’ „Das Riesenkind“ von 1834 mit 104 Zeilen und dem Anfang „War einst ein Riesen-Kindlein,“, Marie Eugenie Delle Grazies „Pollice verso“ von 1892 mit 101 Zeilen sowie Gellerts „Der Proceß“ mit 93 Zeilen. Heines zweiter langer Text, „Schelm von Bergen“ von 1851, kommt auf 52 Zeilen und nennt seinen Schauplatz gleich in der ersten Zeile: „Im Schloß zu Düsseldorf am Rhein“.

Die Wahl richtet sich zuerst nach der Länge, nicht nach dem Geschmack. Auf eine Klappkarte passen vier bis zwölf Zeilen, wenn daneben noch Handschrift Platz finden soll; dafür kommen hier genau vier Texte in Frage. Eine Rede trägt einen Text von zwanzig bis vierzig Zeilen, sofern er einmal, ganz und ohne Kürzung kommt – zehn Gedichte liegen in dieser Spanne. Reicht der Platz nicht, ist eine einzelne Strophe die ehrliche Lösung: eine Strophe, kein zusammengeschnittenes Gedicht. Dann gehört der Hinweis dazu, dass es sich um eine Strophe handelt, am besten mit der Angabe, um welche. Wer aus der Mitte eines Textes zitiert, setzt vorn und hinten … als Auslassungszeichen.

Alle Verfasserinnen und Verfasser dieser Gruppe sind seit mindestens siebzig vollen Kalenderjahren tot; das Urheberrecht an den Texten ist erloschen (§ 64 in Verbindung mit § 69 UrhG). Das heißt: abschreiben, ausdrucken, in eine Karte oder ein Programmheft setzen, vertonen, auf ein Plakat drucken, auch verkaufen – ohne Erlaubnis und ohne Gebühr. Erloschen ist allerdings nur das Recht am deutschen Original. Eine Übersetzung oder eine neuere Bearbeitung ist selbst wieder geschützt (§ 3 UrhG), und wer eine solche Fassung verwendet, braucht dafür eine eigene Klärung. Ein Notensatz, ein Illustrationsband oder eine moderne Nachdichtung stehen also nicht automatisch frei.

Am Wortlaut fällt einiges auf, das keine Tippfehler sind. Heine schreibt 1827 „Sey’s auch glücklos, ist ein Gott;“ – das y statt des i und der Apostroph gehören zur Schreibung der Zeit und werden hier nicht modernisiert; ebenso Gellerts „Processe“ von 1769. Auch ist die verzeichnete erste Zeile nicht immer ein Vers: Bei „Die lange Nase“ steht dort der Untertitel „(Eine Parabel)“, bei Delle Grazies „Eine schimmernde Atlasfläche“ die bloße Ziffer „1.“, bei Hoffmann von Fallersleben die Zählung „4. Munter getanzt! fröhlich gezecht!“ und bei Rudolf Lavants „Der Neugeborene“ der Hinweis „Nach Adrien Dézamy.“. Wer abschreibt, entscheidet selbst, ob solche Zeilen mitkommen; der Vers bleibt, wie er gedruckt ist.