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Versbuch

Walter Scott in Westminster-Abtei

Theodor Fontane · 18191898

26 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1905

Ganz London flaggt und jubelt und rennt,„Heut wird er König, der Prinz-Regent!“Schon wartet seiner die KleriseiVorm Altar der Westminster-Abtei,Vorm Eingang aber, in Plaid und Kilt,Und im Helme, draus der Helmbusch quillt,Ueber den Platz hin, zieht SpalierDas Regiment Schottische Füsilier!

Und wie gefegt der ganze Plan.Wer aber die Zwei, die da sich nahn?Sie hoffen auf Zutritt, auf Gunst und Glück;Umsonst. Commandoruf: „Zurück!“

Und die Menge, sie lacht und der Eine wird bleich,Aber der Andre: „Dacht’ es gleich;Das alte Lied vom Schaden und Spott,Lachen wir mit, Sir Walter Scott!

Und sieh, eh noch der Name verklang,In die Front ein blutjunger Fähnrich sprangSeinen Degen senkt salutirend er:„Richt’t Euch; präsentirt das Gewehr!Hoch, König Georg und segn’ ihn Gott,Aber Platz, Füsiliers, für Sir Walter Scott!“

Der Weg ist offen, der Weg ist frei,Sir Walter betritt die Westminster-Abtei.Die Schotten flüstern: „Das war Er!“

Der Krönungszug kam weit hinterher.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, Seite 192, 10. Auflage, J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin, 1905
Digitalisat
de.wikisource.org — „Walter Scott in Westminster-Abtei“, Fassung 1.718.159 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Theodor Fontane starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118534262 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.