Anlass
Gedichte zu Ostern
Dreiundzwanzig Gedichte führt der Bestand zu Ostern, und sie sind auffallend lang: Der kürzeste Text hat zwölf Zeilen, der längste zweihundertzehn, die Mitte liegt bei sechsunddreißig. Nur zwei bleiben bei zwölf Zeilen, alles andere ist zum Vorlesen gedacht und nicht für eine Karte. Zu jedem Gedicht stehen Verfasser, Zeilenzahl, Druckjahr und die Ausgabe der Fassung.
23 Gedichte von 15 Verfasserinnen und Verfassern · davon 2 mit höchstens 12 Zeilen
Alle Gedichte: Ostern
Zuerst die Gedichte, die das Stichwort schon im Titel tragen, danach die kürzeren vor den längeren. Jede Zeilenzahl ist gezählt.
- OsternJoseph von Eichendorff · 12 Zeilen
- Ewige OsternAlfred Henschke · 16 Zeilen
- OsternJoachim Ringelnatz · 24 Zeilen
- Fröhliche Ostern!Kurt Tucholsky · 28 Zeilen
- Fröhliche Ostern!Kurt Tucholsky · 28 Zeilen
- Vor-OsternRainer Maria Rilke · 35 Zeilen
- OsternHeinrich Kämpchen · 36 Zeilen
- OsternRudolf Lavant · 57 Zeilen
- AuferstehungKarl Kraus · 12 Zeilen
- Auferstehung (Rilke)Rainer Maria Rilke · 16 Zeilen
- Das OstereiAugust Heinrich Hoffmann von Fallersleben · 16 Zeilen
- AuferstehungHeinrich Heine · 26 Zeilen
- OsterspaziergangJohann Wolfgang von Goethe · 39 Zeilen
- OstermorgenRudolf Lavant · 50 Zeilen
- OsterglockenRudolf Lavant · 65 Zeilen
- Schleswigs Ostertag 1848Theodor Fontane · 66 Zeilen
- Eine OstererinnerungLouise Otto-Peters · 80 Zeilen
- O Welt in einem EiJoachim Ringelnatz · 22 Zeilen
- ElbeisgangLouise Otto-Peters · 49 Zeilen
- Epilog der Lieder eines deutschen MädchensLouise Otto-Peters · 101 Zeilen
- Das Fräulein von RodenschildAnnette von Droste-Hülshoff · 105 Zeilen
- Trauriges Resultat einer vernachläßigten ErziehungWilhelm Busch · 158 Zeilen
- Des Jahres erste HälfteLouise Otto-Peters · 210 Zeilen
Dieselben Gedichte, anders sortiert
Die häufigste Frage vor der Auswahl ist die Länge. Jede Untergruppe nennt die Regel, nach der sie gebildet ist — gezählt, belegt oder aus unserer eigenen Ordnung.
Lang genug zum Vorlesen (11)
Dreizehn bis vierzig Zeilen — etwa ein bis drei Minuten laut gelesen. Gezählt.
- Ewige OsternAlfred Henschke · 16 Zeilen
- OsternJoachim Ringelnatz · 24 Zeilen
- Fröhliche Ostern!Kurt Tucholsky · 28 Zeilen
- Fröhliche Ostern!Kurt Tucholsky · 28 Zeilen
- Vor-OsternRainer Maria Rilke · 35 Zeilen
- OsternHeinrich Kämpchen · 36 Zeilen
- Auferstehung (Rilke)Rainer Maria Rilke · 16 Zeilen
- Das OstereiAugust Heinrich Hoffmann von Fallersleben · 16 Zeilen
- AuferstehungHeinrich Heine · 26 Zeilen
- OsterspaziergangJohann Wolfgang von Goethe · 39 Zeilen
- O Welt in einem EiJoachim Ringelnatz · 22 Zeilen
Aus dem 19. Jahrhundert und davor (10)
Der Verfasser starb vor 1900. Das Sterbejahr ist aus dem GND-Datensatz der Deutschen Nationalbibliothek belegt.
- OsternJoseph von Eichendorff · 12 Zeilen
- Das OstereiAugust Heinrich Hoffmann von Fallersleben · 16 Zeilen
- AuferstehungHeinrich Heine · 26 Zeilen
- OsterspaziergangJohann Wolfgang von Goethe · 39 Zeilen
- Schleswigs Ostertag 1848Theodor Fontane · 66 Zeilen
- Eine OstererinnerungLouise Otto-Peters · 80 Zeilen
- ElbeisgangLouise Otto-Peters · 49 Zeilen
- Epilog der Lieder eines deutschen MädchensLouise Otto-Peters · 101 Zeilen
- Das Fräulein von RodenschildAnnette von Droste-Hülshoff · 105 Zeilen
- Des Jahres erste HälfteLouise Otto-Peters · 210 Zeilen
Aus dem 20. Jahrhundert (13)
Der Verfasser starb 1900 oder später. Ebenfalls aus dem GND-Datensatz belegt.
- Ewige OsternAlfred Henschke · 16 Zeilen
- OsternJoachim Ringelnatz · 24 Zeilen
- Fröhliche Ostern!Kurt Tucholsky · 28 Zeilen
- Fröhliche Ostern!Kurt Tucholsky · 28 Zeilen
- Vor-OsternRainer Maria Rilke · 35 Zeilen
- OsternHeinrich Kämpchen · 36 Zeilen
- OsternRudolf Lavant · 57 Zeilen
- AuferstehungKarl Kraus · 12 Zeilen
- Auferstehung (Rilke)Rainer Maria Rilke · 16 Zeilen
- OstermorgenRudolf Lavant · 50 Zeilen
- OsterglockenRudolf Lavant · 65 Zeilen
- O Welt in einem EiJoachim Ringelnatz · 22 Zeilen
- Trauriges Resultat einer vernachläßigten ErziehungWilhelm Busch · 158 Zeilen
Der Kalender für Ostern 2027
Ostern wandert im Kalender, anders als Weihnachten. 2027 fällt es so:
- Palmsonntag
- Sonntag, 21. März
- Karfreitag
- Freitag, 26. März
- Ostersonntag
- Sonntag, 28. März
- Ostermontag
- Montag, 29. März
Ostersonntag ist der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond; das Datum wird hier nach der gregorianischen Osterformel berechnet und nicht aus einer Liste abgelesen.
Was diese dreiundzwanzig Texte hergeben – und was nicht
Fünfzehn Verfasserinnen und Verfasser sind vertreten. Louise Otto-Peters steht mit vier Texten darin, Rudolf Lavant mit drei, je zwei stammen von Joachim Ringelnatz, Kurt Tucholsky und Rainer Maria Rilke. Je einen steuern Joseph von Eichendorff, Alfred Henschke, Heinrich Kämpchen, Theodor Fontane, Johann Wolfgang von Goethe, Karl Kraus, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Heinrich Heine, Annette von Droste-Hülshoff und Wilhelm Busch bei. Vier Namen tragen damit elf der dreiundzwanzig Texte. Wer bei Otto-Peters oder Lavant landet, sollte wissen, dass deren sieben Gedichte hier allesamt neunundvierzig Zeilen und mehr haben.
Die Verteilung erklärt, warum für Karten so wenig dabei ist: zwei Texte mit neun bis zwölf Zeilen, drei mit dreizehn bis zwanzig, acht mit einundzwanzig bis vierzig, sechs mit einundvierzig bis achtzig und vier mit mehr als achtzig. Unter neun Zeilen gibt es nichts. Die Mitte liegt bei sechsunddreißig Zeilen, gut das Dreifache dessen, was eine Klappkarte bequem fasst. Wer etwas Kurzes für einen Gruß braucht, hat also zwei Texte zur Wahl oder nimmt eine einzelne Strophe aus einem längeren und schreibt „aus:“ davor.
Die beiden kurzen Texte haben je zwölf Zeilen. Joseph von Eichendorffs „Ostern“ steht in einer Ausgabe von 1841 und beginnt „Vom Münster Trauerglocken klingen,“. Karl Kraus’ „Auferstehung“ von 1920 setzt mit „Mein Haupt war Flamme, dem beschwingten Schritt“ ein. Beide passen der Länge nach auf eine Karte; ob sie zum Anlass passen, entscheidet sich an der ersten Zeile und dann am ganzen Text. Für ein Osternest, um das Kinder herumstehen, findet sich in dieser Längenklasse nichts – dafür muss man ein Stück weiter unten in der Liste suchen.
Drei Texte liegen zwischen dreizehn und zwanzig Zeilen, und alle drei haben genau sechzehn. August Heinrich Hoffmann von Fallerslebens „Das Osterei“ steht in einer Ausgabe von 1878 und beginnt „Hei, juchhei! Kommt herbei!“. Alfred Henschkes „Ewige Ostern“ von 1927 fängt mit „Als sie warfen Gott in Banden,“ an. Rainer Maria Rilkes Eintrag ist im Bestand als „Auferstehung (Rilke)“ geführt, Druckjahr 1907 – der Zusatz unterscheidet ihn von den beiden anderen Gedichten dieses Titels, von Karl Kraus und von Heinrich Heine; als erste Zeile ist dort die Kopfzeile „AUFERSTEHUNG“ in Versalien erfasst.
Acht Texte liegen zwischen einundzwanzig und vierzig Zeilen. Joachim Ringelnatz steht zweimal darin: „O Welt in einem Ei“ von 1934, zweiundzwanzig Zeilen, dessen erste Zeile den Titel leicht abwandelt – „O Welt im Ei, von Haut“ –, und „Ostern“ von 1928, vierundzwanzig Zeilen, beginnend „Wenn die Schokolade keimt,“. Hinzu kommen Heinrich Heines „Auferstehung“ von 1851 mit sechsundzwanzig Zeilen, die beiden Einträge „Fröhliche Ostern!“ von Kurt Tucholsky mit je achtundzwanzig, Rilkes „Vor-Ostern“ von 1918 mit fünfunddreißig, Heinrich Kämpchens „Ostern“ von 1909 mit sechsunddreißig und Goethes „Osterspaziergang“ mit neununddreißig Zeilen, gedruckt 1808.
Sechs Texte liegen zwischen einundvierzig und achtzig Zeilen; das ist die Länge einer Lesung, nicht die einer Ansprache zwischen Tür und Angel. Louise Otto-Peters’ „Elbeisgang“ von 1893 hat neunundvierzig Zeilen, Rudolf Lavants „Ostermorgen“ aus demselben Jahr fünfzig, sein „Ostern“ von 1888 siebenundfünfzig und seine „Osterglocken“ von 1890 fünfundsechzig, beginnend „Als ich eine Jüngling war mit braunen Locken,“ – so steht die Zeile in der Vorlage. Theodor Fontanes „Schleswigs Ostertag 1848“ von 1905 zählt sechsundsechzig Zeilen und beginnt „Ich denke Deiner, Ostertag:“; achtzig Zeilen hat „Eine Ostererinnerung“ von Louise Otto-Peters, 1893.
Vier Texte überschreiten die hundert Zeilen. Louise Otto-Peters’ „Epilog der Lieder eines deutschen Mädchens“ von 1893 hat hunderteins, Annette von Droste-Hülshoffs „Das Fräulein von Rodenschild“ von 1879 hundertfünf und beginnt „Sind denn so schwül die Nächt’ im April?“. Wilhelm Buschs „Trauriges Resultat einer vernachläßigten Erziehung“ von 1860 kommt auf hundertachtundfünfzig Zeilen. Der längste Text der Gruppe ist „Des Jahres erste Hälfte“ von Louise Otto-Peters, ebenfalls 1893, mit zweihundertzehn Zeilen, erste Zeile „Vorüber sind die Feste!“. Für ein Familienessen ist das zu viel; für einen Leseabend, bei dem ein einziger Text die Mitte bildet, kann es genau richtig sein.
Zwei Einträge tragen denselben Titel, dieselbe Länge und dasselbe Jahr: Kurt Tucholskys „Fröhliche Ostern!“ steht zweimal mit achtundzwanzig Zeilen und dem Druckjahr 1919 im Bestand. Beim einen ist als erste Zeile die Verfasserangabe „Von Theobald Tiger“ erfasst, beim anderen der Vers „Da seht aufs neue dieses alte Wunder:“. Solche Kopfzeilen kommen öfter vor: Rilkes „Vor-Ostern“ führt „NEAPEL“, Lavants „Ostern“ „Von Rudolf Lavant.“, sein „Ostermorgen“ „(Siehe das Bild auf der Titelseite.)“, Goethes „Osterspaziergang“ die Zeile „Faust.“ und Otto-Peters’ „Elbeisgang“ die Zeile „Elbeisgang 1845.“ Beim Abschreiben beginnt man beim ersten Vers darunter.
Die Jahreszahlen bezeichnen den Druck der jeweiligen Fassung, nicht die Niederschrift; sie reichen von 1808 bis 1934, mit einem Schwerpunkt in den 1890er Jahren, aus denen sechs der dreiundzwanzig Drucke stammen. Rechtlich ist die Lage einfach: Die Schutzfrist endet siebzig volle Kalenderjahre nach dem Tod des Verfassers (§ 64, § 69 UrhG), und danach braucht niemand mehr eine Erlaubnis, für den Abdruck im Gemeindebrief so wenig wie für eine Vertonung, eine Lesung oder einen Verkauf. Ausgenommen bleiben Übersetzungen und neuere Bearbeitungen, die als eigene Werke gelten (§ 3 UrhG). Eine Quellenangabe ist keine Pflicht, aber nützlich: „Joseph von Eichendorff: Ostern, 1841“ genügt, ergänzt um die Ausgabe.