Anlass
Gedichte zum Muttertag
Dreiundzwanzig Gedichte des Bestands stehen unter dem Stichwort Mutter; sie stammen von vierzehn Verfasserinnen und Verfassern und aus Drucken zwischen 1758 und 1955. Das kürzeste hat acht Zeilen, das längste sechsundachtzig, die Mitte liegt bei vierundzwanzig; nur vier bleiben bei höchstens zwölf Zeilen. Jeder Text steht vollständig da, mit Verfasser, Zeilenzahl, Druckjahr und der Ausgabe, aus der die Fassung stammt.
23 Gedichte von 14 Verfasserinnen und Verfassern · davon 4 mit höchstens 12 Zeilen
Alle Gedichte: Muttertag
Zuerst die Gedichte, die das Stichwort schon im Titel tragen, danach die kürzeren vor den längeren. Jede Zeilenzahl ist gezählt.
- Die MutterRainer Maria Rilke · 8 Zeilen
- Hol’ der Teufel deine MutterHeinrich Heine · 11 Zeilen
- MutterliebeAda Christen · 12 Zeilen
- Trost an eine MutterJoachim Ringelnatz · 12 Zeilen
- Die MutterRainer Maria Rilke · 16 Zeilen
- Abschied der Mutter von ihrem SohnAlfred Henschke · 17 Zeilen
- An die MutterPaul Haller · 17 Zeilen
- Die MutterChristian Felix Weiße · 18 Zeilen
- Mutter Frühbeißens TratschJoachim Ringelnatz · 18 Zeilen
- Am Grabe der MutterHeinrich Kämpchen · 28 Zeilen
- An die MutterHeinrich Kämpchen · 28 Zeilen
- Schmerzhafte MutterPaul Haller · 39 Zeilen
- Lied einer jungen Mutter an ihr ungeborenes KindFriederike Brun · 42 Zeilen
- MutterliebeRudolf Lavant · 56 Zeilen
- Bürgerliches WeihnachtsidyllAlfred Henschke · 14 Zeilen
- SchlummerliedJoachim Ringelnatz · 18 Zeilen
- An den SchlafJohann Wolfgang von Goethe · 24 Zeilen
- Wenn erstKurt Tucholsky · 32 Zeilen
- Die WaisenkinderJoachim Ringelnatz · 36 Zeilen
- NachtgedankenHeinrich Heine · 40 Zeilen
- Träumerei auf einem HavelseeKurt Tucholsky · 50 Zeilen
- An Herrn Hofrath von GreinerJohann Baptist von Alxinger · 71 Zeilen
- Schön-AnneTheodor Fontane · 86 Zeilen
Dieselben Gedichte, anders sortiert
Die häufigste Frage vor der Auswahl ist die Länge. Jede Untergruppe nennt die Regel, nach der sie gebildet ist — gezählt, belegt oder aus unserer eigenen Ordnung.
Kurz genug für eine Karte (4)
Höchstens zwölf Zeilen. Gezählt, nicht geschätzt.
- Die MutterRainer Maria Rilke · 8 Zeilen
- Hol’ der Teufel deine MutterHeinrich Heine · 11 Zeilen
- MutterliebeAda Christen · 12 Zeilen
- Trost an eine MutterJoachim Ringelnatz · 12 Zeilen
Lang genug zum Vorlesen (14)
Dreizehn bis vierzig Zeilen — etwa ein bis drei Minuten laut gelesen. Gezählt.
- Die MutterRainer Maria Rilke · 16 Zeilen
- Abschied der Mutter von ihrem SohnAlfred Henschke · 17 Zeilen
- An die MutterPaul Haller · 17 Zeilen
- Die MutterChristian Felix Weiße · 18 Zeilen
- Mutter Frühbeißens TratschJoachim Ringelnatz · 18 Zeilen
- Am Grabe der MutterHeinrich Kämpchen · 28 Zeilen
- An die MutterHeinrich Kämpchen · 28 Zeilen
- Schmerzhafte MutterPaul Haller · 39 Zeilen
- Bürgerliches WeihnachtsidyllAlfred Henschke · 14 Zeilen
- SchlummerliedJoachim Ringelnatz · 18 Zeilen
- An den SchlafJohann Wolfgang von Goethe · 24 Zeilen
- Wenn erstKurt Tucholsky · 32 Zeilen
- Die WaisenkinderJoachim Ringelnatz · 36 Zeilen
- NachtgedankenHeinrich Heine · 40 Zeilen
Aus dem 19. Jahrhundert und davor (7)
Der Verfasser starb vor 1900. Das Sterbejahr ist aus dem GND-Datensatz der Deutschen Nationalbibliothek belegt.
- Hol’ der Teufel deine MutterHeinrich Heine · 11 Zeilen
- Die MutterChristian Felix Weiße · 18 Zeilen
- Lied einer jungen Mutter an ihr ungeborenes KindFriederike Brun · 42 Zeilen
- An den SchlafJohann Wolfgang von Goethe · 24 Zeilen
- NachtgedankenHeinrich Heine · 40 Zeilen
- An Herrn Hofrath von GreinerJohann Baptist von Alxinger · 71 Zeilen
- Schön-AnneTheodor Fontane · 86 Zeilen
Aus dem 20. Jahrhundert (16)
Der Verfasser starb 1900 oder später. Ebenfalls aus dem GND-Datensatz belegt.
- Die MutterRainer Maria Rilke · 8 Zeilen
- MutterliebeAda Christen · 12 Zeilen
- Trost an eine MutterJoachim Ringelnatz · 12 Zeilen
- Die MutterRainer Maria Rilke · 16 Zeilen
- Abschied der Mutter von ihrem SohnAlfred Henschke · 17 Zeilen
- An die MutterPaul Haller · 17 Zeilen
- Mutter Frühbeißens TratschJoachim Ringelnatz · 18 Zeilen
- Am Grabe der MutterHeinrich Kämpchen · 28 Zeilen
- An die MutterHeinrich Kämpchen · 28 Zeilen
- Schmerzhafte MutterPaul Haller · 39 Zeilen
- MutterliebeRudolf Lavant · 56 Zeilen
- Bürgerliches WeihnachtsidyllAlfred Henschke · 14 Zeilen
- SchlummerliedJoachim Ringelnatz · 18 Zeilen
- Wenn erstKurt Tucholsky · 32 Zeilen
- Die WaisenkinderJoachim Ringelnatz · 36 Zeilen
- Träumerei auf einem HavelseeKurt Tucholsky · 50 Zeilen
Welches dieser Gedichte passt wozu
Der Bestand zu diesem Anlass ist klein und ungleich verteilt. Am häufigsten steht Joachim Ringelnatz darin, mit vier Texten. Je zwei stammen von Paul Haller, Rainer Maria Rilke, Heinrich Heine, Alfred Henschke, Heinrich Kämpchen und Kurt Tucholsky. Je einen steuern Ada Christen, Rudolf Lavant, Christian Felix Weiße, Johann Wolfgang von Goethe, Friederike Brun, Johann Baptist von Alxinger und Theodor Fontane bei. Das sind vierzehn Namen und dreiundzwanzig Gedichte, mehr gibt der Bestand für diesen Tag nicht her. Wer einen anderen Verfasser erwartet hat, muss es unter einem anderen Stichwort versuchen.
Nach Länge sortiert steht ein Text zwischen fünf und acht Zeilen, drei stehen zwischen neun und zwölf, sieben zwischen dreizehn und zwanzig, sieben zwischen einundzwanzig und vierzig, vier zwischen einundvierzig und achtzig, und einer ist länger als achtzig Zeilen. Unter fünf Zeilen gibt es nichts. Wer eine Karte beschriften will, wählt also aus vier Texten; wer am Tisch vorliest, aus den übrigen neunzehn. Die Mitte des Bestands liegt bei vierundzwanzig Zeilen, und das ist eine brauchbare Faustzahl: So lang ist hier das typische Gedicht, und laut gelesen dauert es gut eine Minute.
Vier Texte bleiben bei höchstens zwölf Zeilen, und es lohnt, jede erste Zeile davon anzusehen. Rainer Maria Rilkes „Die Mutter“ von 1898 hat acht Zeilen und beginnt mit einer Frage in Anführungszeichen: „Liebling, hast Du gerufen?“ Ada Christens „Mutterliebe“ von 1870 hat zwölf Zeilen und setzt mit „Wie bist Du blühend schön und hold,“ ein. Dazu kommen Heinrich Heines elfzeiliges Gedicht von 1844 mit dem Titel „Hol’ der Teufel deine Mutter“, das mit „Hol’ der Teufel deinen Vater,“ anfängt, und Ringelnatz’ „Trost an eine Mutter“ von 1933, zwölf Zeilen, erste Zeile „Starb dein Kind. Nun weine!“ Das große „Du“ bei Ada Christen und der Apostroph in „Hol’“ sind die Schreibung der jeweiligen Ausgabe und keine Fehler.
Sieben Texte liegen zwischen dreizehn und zwanzig Zeilen. Hier steht auch der zweite Eintrag mit dem Titel „Die Mutter“: sechzehn Zeilen, Druckjahr 1955, erste Zeile „Aufwärts die Theaterrampe“. Auch er steht unter Rilkes Namen, der Titel unterscheidet die beiden also nicht, die erste Zeile schon. Christian Felix Weißes „Die Mutter“ von 1758 hat achtzehn Zeilen und beginnt „Was fällt doch meiner Mutter ein!“. Ebenfalls achtzehn Zeilen haben Ringelnatz’ „Mutter Frühbeißens Tratsch“ von 1924, erste Zeile „Wenn der über die Straßen ging:“, und sein „Schlummerlied“ von 1933, das mit der Frage „Will du auf Töpfchen?“ anfängt.
Sieben weitere Texte liegen zwischen einundzwanzig und vierzig Zeilen – die Länge für ein Rednerpult, nicht für eine Klappkarte. Goethes „An den Schlaf“ von 1767 zählt vierundzwanzig Zeilen und beginnt „Der du mit deinem Mohne“. Von Heinrich Kämpchen stehen zwei Achtundzwanzigzeiler aus einer Ausgabe von 1909 darin: „An die Mutter“, erste Zeile „Gute Mutter, du da droben,“, und „Am Grabe der Mutter“, erste Zeile „Lieb’ Mütterchen, an deinem Grabe steht“. Kurt Tucholskys „Wenn erst“ von 1919 hat zweiunddreißig Zeilen, Ringelnatz’ „Die Waisenkinder“ von 1928 sechsunddreißig, Paul Hallers „Schmerzhafte Mutter“ von 1922 neununddreißig und Heines „Nachtgedanken“ von 1844 vierzig.
Fünf Texte sind länger als vierzig Zeilen. Friederike Bruns „Lied einer jungen Mutter an ihr ungeborenes Kind“ von 1795 hat zweiundvierzig; als erste Zeile ist dort die Datierung „(Nov. 1783).“ erfasst. Kurt Tucholskys „Träumerei auf einem Havelsee“ von 1929 zählt fünfzig Zeilen und beginnt „Ich bin Prokurist einer Wäschefabrik,“. Rudolf Lavants „Mutterliebe“ von 1893 hat sechsundfünfzig Zeilen; vor dem ersten Wort steht in der Vorlage ein öffnendes Anführungszeichen, das auf dieser Zeile nicht geschlossen wird: „Was suchst du in der Einsamkeit“. Johann Baptist von Alxingers „An Herrn Hofrath von Greiner“ von 1780 kommt auf einundsiebzig Zeilen, der längste Text ist Theodor Fontanes „Schön-Anne“ von 1851 mit sechsundachtzig; dort lautet die erste erfasste Zeile schlicht „1.“.
Kein einziger der dreiundzwanzig Titel nennt den Muttertag. Die Sammlung ordnet nach dem Wortfeld, und darum landet hier auch Alfred Henschkes „Bürgerliches Weihnachtsidyll“ von 1927, vierzehn Zeilen, beginnend „Was bringt der Weihnachtsmann Emilien?“ – ein Titel, der schon dem Wortlaut nach woanders hingehört. Von Henschke steht außerdem „Abschied der Mutter von ihrem Sohn“ von 1927 mit siebzehn Zeilen darin; als erste Zeile ist die Kopfzeile der Vorlage erfasst, „Abschied der Mutter von ihrem Sohn von Klabund“. Wer hier sucht, liest die Liste besser als Ergebnis einer Stichwortsuche und nicht als Auswahl für den zweiten Maisonntag.
Fällt der Tag in eine Trauerzeit, hilft ein Blick auf das, was schwarz auf weiß dasteht. Ringelnatz’ „Trost an eine Mutter“ beginnt mit „Starb dein Kind. Nun weine!“; Paul Hallers „An die Mutter“ von 1922, siebzehn Zeilen, ist in der Vorlage die Zeile „(Nach dem Tode des Vaters)“ vorangestellt; Kämpchens „Am Grabe der Mutter“ nennt schon im ersten Vers ein Grab. Mehr lässt sich von außen nicht sagen. Ob einer dieser Texte passt, weiß nur, wer ihn ganz gelesen hat und die Empfängerin kennt; und es ist zulässig, gar nichts zu schicken oder nur einen eigenen Satz zu schreiben.
Alle hier versammelten Verfasserinnen und Verfasser sind seit mindestens siebzig vollen Kalenderjahren tot; das Urheberrecht an ihren Texten ist erloschen (§ 64 in Verbindung mit § 69 UrhG). Ein solches Gedicht darf abgeschrieben, gedruckt, vertont, ins Programmheft gesetzt und sogar verkauft werden, ohne dass jemand um Erlaubnis fragen müsste. Zwei Dinge bleiben davon unberührt: Übersetzungen und neuere Bearbeitungen sind eigene Werke mit eigener Schutzfrist (§ 3 UrhG). Eine Quellenangabe ist keine Pflicht mehr, aber gute Praxis – für eine einzelne Strophe genügt eine Zeile darunter, etwa „aus: Ada Christen, Mutterliebe (1870)“. Damit weiß die Leserin, dass der Text weitergeht.