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Versbuch

Die Mutter

Rainer Maria Rilke · 18751926

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1955

Aufwärts die Theaterramperollen dröhnend die Karossen,abseits unter trüber Lampesteht ein altes Weib verdrossen.

Nur wenn jäh ein Hengst mal scheute,wars, daß sie zusammenschrecke;niemand aus dem Strom der Leutesieht die Alte in der Ecke.

An die neue ›Größe‹ dachte,von ihr sprach man nur. – Die Güteeines Grafen, hieß es, brachteherrlich ihr Talent zur Blüte.

Später. Jubelstürme halltenin den Schlußklang der Trompeten …Aber draußen kams der Alten,heimlich für ihr Kind zu beten.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Larenopfer. In: Sämtliche Werke, Band I, S. 37., Insel-Verlag, Frankfurt am Main, 1955
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Mutter“, Fassung 3.779.651 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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