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Versbuch

An die Mutter

Paul Haller · 18821920

17 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1922

(Nach dem Tode des Vaters)

Mütterlein, denkst du daran,Wie in den Tagen, die hinter uns liegen,In all den Jahren, die hinter uns liegen,Du so gerne lächelnd gescherzt?

Hinter uns liegt eine Zeit. –Willst dem Guten die Ruh mißgönnen,Die Ruh vergönnen, die lind ihn umfangen,Als ihn der Bote vom Leben rief?

Wenn ich im Schweigen der NachtFern über Bergen dich weinen höre,Dich weinen höre in ängstlicher Kammer,Bohrt mir ein Feuer die Seele durch.

Vor uns liegt eine Zeit.Willst du in all den Tagen, die kommen,Mütterlein! in den Jahren, die kommen,Uns nicht wieder dein Lächeln zeigen?

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 35, H. R. Sauerländer & Co., Aarau, 1922
Digitalisat
de.wikisource.org — „An die Mutter“, Fassung 876.791 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Paul Haller starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119041952 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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