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Versbuch

An den Schlaf

Johann Wolfgang von Goethe · 17491832

24 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1767

Der du mit deinem MohneSelbst Gotteraugen zwingst,Und Bettler oft zum ThroneZum Mädgen Schäfer bringst,

Vernimm; Kein TraumgespinsteVerlang’ ich heut von dir,Den grösten deiner DiensteGeliebter, leiste mir.

An meines Mädgens SeiteSizz’ ich, ihr Aug’ spricht Lust,Und unter neid’scher SeiteSteigt fühlbar ihre Brust,

Oft hatte meinen KüssenSie Amor zugebracht,Dieß Glück muß ich vermissen,Die strenge Mutter wacht.

Am Abend trifst du wiederMich dort, o tritt herein,Sprüh’ Mohn von dem Gefieder,Da schlaf die Mutter ein:

Bey blassem Lichterscheinen,Von Lieb’ Annette warm,Sink’, wie Mama in deinen,In meinen gier’gen Arm.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Annette. S. 69-72, ohne Angabe, Leipzig, 1767
Digitalisat
de.wikisource.org — „An den Schlaf“, Fassung 3.778.871 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Johann Wolfgang von Goethe starb 1832; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1902 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118540238 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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