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Versbuch

Thema

Sommergedichte – 34 vollständige Texte, gemeinfrei

34 Gedichte dieser Sammlung sind dem Sommer zugeordnet. Das kürzeste hat sechs Zeilen, das längste 110, und dreizehn davon bleiben unter der Grenze von zwölf Zeilen, die eine Karte fasst. Jeder Text steht vollständig da, mit Verfasser und der Ausgabe, aus der er abgeschrieben wurde.

34 Gedichte von 18 Verfasserinnen und Verfassern · davon 13 mit höchstens 12 Zeilen

Alle Gedichte: Sommer

Zuerst die Gedichte, die das Stichwort schon im Titel tragen, danach die kürzeren vor den längeren. Jede Zeilenzahl ist gezählt.

Der Bestand im Überblick – Längen, Jahre, Verfasser

34 Gedichte sind hier dem Sommer zugeordnet. Diese Einteilung entsteht aus dem Wortlaut der Gedichte, nicht aus einer Angabe der Druckausgaben – sie gehört dieser Sammlung, nicht der Quelle. Achtzehn Verfasserinnen und Verfasser sind beteiligt: Joachim Ringelnatz mit fünf Gedichten, Heinrich Heine, Rainer Maria Rilke und Rudolf Lavant mit je vier, Louise Otto-Peters mit drei, Alfred Henschke mit zwei; die übrigen zwölf – darunter Theodor Storm, Conrad Ferdinand Meyer, Theodor Fontane, Justinus Kerner und Frank Wedekind – sind mit je einem Text vertreten. Die Längen reichen von sechs bis 110 Zeilen; in der Mitte der nach Länge sortierten Reihe stehen 20 Zeilen. Ein Bestand dieser Größe lässt sich in einer Viertelstunde durchsehen.

Vier Gedichte stammen von Heinrich Heine, alle vier aus einem Druck von 1827, drei davon sieben Zeilen kurz. Bei diesen dreien ist der Titel zugleich der Anfang, und die verzeichnete erste Zeile setzt den Satz fort: auf „Es liegt der heiße Sommer“ folgt „Auf deinen Wängelein;“, auf „Am leuchtenden Sommermorgen“ folgt „Geh’ ich im Garten herum.“, und „Ich hab’ Euch im besten Juli verlassen“ läuft weiter mit „Und find’ Euch wieder im Januar;“. Das vierte, „Dämmernd liegt der Sommerabend“, hat elf Zeilen; als erste Zeile ist dort „Ueber Wald und grünen Wiesen;“ verzeichnet.

Dreizehn der 34 Texte kommen mit höchstens zwölf Zeilen aus: fünf liegen zwischen fünf und acht Zeilen, acht zwischen neun und zwölf. Das kürzeste Gedicht des ganzen Bestands ist Theodor Storms „Juli“ von 1889 mit sechs Zeilen, beginnend mit „Klingt im Wind ein Wiegenlied,“. Conrad Ferdinand Meyers „Vor der Ernte“ aus dem Druck von 1882 kommt auf acht Zeilen, erste Zeile „In reiner Nacht die Sichel geht“. Rainer Maria Rilkes „Sommerabend“ hat zehn Zeilen und setzt mit „Die große Sonne ist versprüht,“ ein. Alle drei stehen vollständig auf einer Klappkarte, ohne Kürzung und ohne Auslassungszeichen.

Genau fünf Gedichte haben zwölf Zeilen, und ihre Druckjahre liegen weit auseinander. Alfred Henschkes „Sommernacht“ von 1913 beginnt mit „Mit des Mondes Silberauge“, Alfred Lichtensteins „Sommerfrische“ aus demselben Jahr mit „Der Himmel ist wie eine blaue Qualle.“. Ringelnatz’ „Schwanneke starb am 9. Juni 1931“ aus dem Druck von 1932 fängt mit „Schwanneke starb. Nachts ward es mir erzählt.“ an, sein „Sommerfrische“ von 1933 mit „Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,“. Dazu kommt Rilkes „Im Sommer“ mit der Jahreszahl 1955, das mit „Im Sommer trägt ein kleiner Dampfer“ anhebt. Zwei dieser Titel lauten gleich; wer einen davon nennt, sollte den Verfasser dazusetzen.

Zwischen dreizehn und vierzig Zeilen liegen elf Texte, acht weitere zwischen 41 und 80, zwei darüber. Gustav Schwabs „An August Grafen von Platen“ von 1828 hat vierzehn Zeilen und eröffnet mit „Nimm hin den Dank, wie du mein Herz erfrischet!“. Ringelnatz’ „Brief in die Sommerfrische“ von 1934 kommt auf zwanzig Zeilen und beginnt mit „Ich habe so Sehnsucht nach Dir.“. Hugo von Hofmannsthals „Des alten Mannes Sehnsucht nach dem Sommer“ hat 46 Zeilen, Druck 1922; als erste Zeile ist dort der Kopf in Großbuchstaben verzeichnet. Die beiden längsten sind Louise Otto-Peters’ „Korn und Wein“ mit 102 Zeilen von 1893 und Rilkes „Die fünfte Elegie“ mit 110 Zeilen von 1923.

Ein Wort zu den Jahreszahlen: Angegeben ist das Jahr der Druckausgabe, aus der ein Text übernommen wurde – nicht das Jahr, in dem er entstand. Sie reichen von 1814 bis 1979. Am dichtesten besetzt sind die 1820er und die 1890er Jahre mit je fünf Texten und die 1920er mit sechs; aus den 1900ern stammen vier, aus den 1910ern und 1930ern je drei, aus den 1950ern und 1960ern je zwei, aus den 1970ern einer. Deshalb trägt Rilkes „Sommerabend“ die Jahreszahl 1955, deshalb tragen Rudolf Lavants „Sommerschwüle“ und „Kartoffelfeuer“ die Zahl 1965 und Fontanes „An Lischen“ – zehn Zeilen, beginnend mit „Habe ein heitres, fröhliches Herz“ – sogar 1979. Für eine Quellenangabe ist genau dieses Jahr das richtige.

Anlässe im Sommer sind meist laut: ein Gartenfest, eine Hochzeit im Juli, ein Abschied vor den Ferien, eine Karte an jemanden am Meer. Sechs bis zwölf Zeilen reichen für eine Karte und für einen Trinkspruch, den niemand vom Blatt ablesen muss; dafür stehen hier dreizehn Texte bereit. Zwanzig bis fünfzig Zeilen ergeben einen ruhigen Vortrag von zwei bis drei Minuten – Hofmannsthals 46 Zeilen liegen genau dort. Für ein Programmheft zählt weniger die Länge als die erste Zeile: Sie entscheidet, ob jemand weiterliest oder umblättert. Deshalb ist sie hier zu jedem Titel angegeben.

Wer nur eine Strophe braucht, nimmt eine Strophe – und schreibt dazu, dass es eine ist. „Zweite Strophe aus ‚Brief in die Sommerfrische‘“ ist eine ehrliche Angabe; acht herausgelöste Zeilen ohne Hinweis sind es nicht. Weggelassene Zeilen markiert man mit … Alle Verfasserinnen und Verfasser dieser Auswahl sind seit mindestens siebzig vollen Kalenderjahren tot; das Urheberrecht an ihren Texten ist erloschen (§ 64 in Verbindung mit § 69 UrhG). Drucken, vertonen, in eine Rede setzen, auf einen Fächer sticken, verkaufen – all das ist erlaubt, ohne Anfrage und ohne Gebühr. Geschützt bleiben können dagegen Übersetzungen und neuere Bearbeitungen, die als eigene Werke gelten (§ 3 UrhG).

Die alten Schreibungen sind Teil der Fassung, nicht Fehler des Abschreibens. Heine setzt „Ueber“ statt „Über“, wie es der Druck von 1827 tut, und er schreibt „Geh’ ich“, „hab’“ und „find’“ mit Apostroph für das ausgefallene e. Auch ist die verzeichnete erste Zeile nicht immer ein Vers: Bei Louise Otto-Peters’ „An August Peters“ steht dort „(Elfried von Taura.)“, bei ihrem „Ernte und Saat“ die Angabe „Zum Frauentag 1891.“, bei Justinus Kerners „Sommerabend“ von 1814 eine Ortsangabe in Klammern und bei Rilkes „Die fünfte Elegie“ die Widmung „Frau Hertha Koenig zugeeignet“. Wer abschreibt, entscheidet selbst, ob solche Zeilen mitkommen.