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Versbuch

Sommerfrische

Alfred Lichtenstein · 18891914

12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 4. Oktober 1913

Der Himmel ist wie eine blaue Qualle.Und rings sind Felder, grüne Wiesenhügel –Friedliche Welt, du große Mausefalle,entkäm ich endlich dir .. O hätt ich Flügel –

Man würfelt. Säuft. Man schwatzt von Zukunftsstaaten.Ein jeder übt behaglich seine Schnauze.Die Erde ist ein fetter Sonntagsbraten,hübsch eingetunkt in süße Sonnensauce.

Wär doch ein Wind .. zerriß mit Eisenklauendie sanfte Welt. Das würde mich ergötzen.Wär doch ein Sturm .. der müßt den schönen blauenewigen Himmel tausendfach zerfetzen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die Aktion : Wochenschrift für Politik, Literatur, Kunst. 3. Jg., Nr. 40, Sp. 945, 1. Auflage, Verlag Die Aktion, Berlin-Wilmersdorf, 4. Oktober 1913
Digitalisat
de.wikisource.org — „Sommerfrische (Lichtenstein)“, Fassung 3.090.578 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Alfred Lichtenstein starb 1914; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1984 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118832891 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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