Heloise an Abelard
Gustav Schwab · 1792–1850
37 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1828
Uebertragung aus dem Latein.Ruhe sey dem Abgemühten,Dem von Liebespein Durchglühten;Bei den Seligen zu seynFlehend bat er,Und jetzt trat erIn des Heilands Tempel ein.
In des Grabes finstrer ZelleWird’s dem Frommen sternenhelle,Und bald selber wie ein SternAus dem DunkelnWird er funkeln,Angestrahlt vom Glanz des Herrn.
Heil dir! Sieger mit der Krone,Bräutigam in heller Zone!Die dir solchen Gruß gebrachtWankt im SehnenHeißer Thränen,Deine Wittwe, durch die Nacht.
Mein ist er, obgleich entnommenZur Genossenschaft der Frommen,Würdiger jetzt lieb’ ich ihn.Deinem Fehle,Kranke Seele,Ward durch seinen Tod verziehn.
Mit dir theilt’ ich deinen Kummer,Laß mich theilen deinen Schlummer,Laß auch mich in Zion seyn.Lös’ aus LeideFühr’ in FreudeMein beschwertes Leben ein.
Fördert, Heilige! mein Beten,Woll’, o Tröster, mich vertreten! –Welche Wonne trifft mein Ohr?Welches SchütternSüßer Eythern?Ja, es ist der Engel Chor.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte. 1. Band, S. 89–90, Cotta, Stuttgart und Tübingen, 1828
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Heloise an Abelard“, Fassung 1.371.582 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Gustav Schwab starb 1850; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1920 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118762745 der Deutschen Nationalbibliothek.
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