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Versbuch

Die Engelmacherin

Karl Henckell · 18641929

24 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1921

Hier, mein Kind, hier, mein Kind,Eh deine Mutter kommt, geschwind!Zuckersüßen Branntewein –Bald lädt dich der Herrgott ein.Schmeckt es, mein Liebchen?So zieht man euch groß.Eia, popeia,Dann sind wir dich los.

Ei so geht’s, ei so geht’sZu meinem hübschen Vorteil stets.Kinder gibt es immer frisch,Goldne Vögel auf den Tisch.Wie mich der klingendeBeutel entzückt!Eia, popeia,Bald ist mir’s geglückt.

„Bist so blaß, bist so blaß“,Seufzt deine Mutter und weint sich naß.I, wer wird da gleich gerührt,Wenn so’n Mädel Kummer spürt?Kummer und Elend,Sünde und Pein,Eia, Popeia,Bringen was ein.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Karl Henckell: Gesammelte Werke Bd. 2 München 1921 S. 35–36, J. M. Müller, München, 1921
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Engelmacherin“, Fassung 3.490.023 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Karl Henckell starb 1929; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1999 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118835289 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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