Anlass
Gedichte zum Abschied – 31 Texte von vier bis 289 Zeilen
Einunddreißig Gedichte des Bestands stehen unter dem Stichwort Abschied; sie stammen von zweiundzwanzig Verfasserinnen und Verfassern und aus Drucken zwischen 1775 und 1982. Der kürzeste Text hat vier Zeilen, der längste 289, die Mitte liegt bei vierundzwanzig; sechs bleiben bei höchstens zwölf Zeilen und lassen sich ganz auf eine Karte schreiben. Zu jedem Titel stehen Verfasser, Zeilenzahl, Druckjahr und die Ausgabe dabei.
31 Gedichte von 22 Verfasserinnen und Verfassern · davon 6 mit höchstens 12 Zeilen
Alle Gedichte: Abschied
Zuerst die Gedichte, die das Stichwort schon im Titel tragen, danach die kürzeren vor den längeren. Jede Zeilenzahl ist gezählt.
- Abschied an den LeserGotthold Ephraim Lessing · 4 Zeilen
- Wenn zwei von einander scheidenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- AbschiedOtfried Krzyzanowski · 11 Zeilen
- AbschiedFrank Wedekind · 12 Zeilen
- AbschiedRainer Maria Rilke · 12 Zeilen
- Adieu Mädchenlachen!Paul Boldt · 12 Zeilen
- AbschiedWilhelm Busch · 15 Zeilen
- Der AbschiedJohann Wolfgang von Goethe · 16 Zeilen
- Abschied der Mutter von ihrem SohnAlfred Henschke · 17 Zeilen
- ScheidenHeinrich Kämpchen · 17 Zeilen
- AbschiedMarie Eugenie Delle Grazie · 20 Zeilen
- Abschied von RenéeJoachim Ringelnatz · 22 Zeilen
- AbschiedFrank Wedekind · 24 Zeilen
- Abschied von der JunggesellenzeitKurt Tucholsky · 25 Zeilen
- Abschied von ParisJoachim Ringelnatz · 28 Zeilen
- Abschied von CorsicaConrad Ferdinand Meyer · 30 Zeilen
- Willkommen und AbschiedJohann Wolfgang von Goethe · 32 Zeilen
- Willkommen und AbschiedJohann Wolfgang von Goethe · 32 Zeilen
- AbschiedJoseph von Eichendorff · 33 Zeilen
- Abschied von GasteinFranz Grillparzer · 40 Zeilen
- AbschiedTheodor Storm · 41 Zeilen
- AbschiedFranz Grillparzer · 56 Zeilen
- Zum AbschiedRudolf Lavant · 57 Zeilen
- Abschied und WiederkehrKarl Kraus · 60 Zeilen
- Abschied vom Jahrhundert.Rudolf Lavant · 81 Zeilen
- MonologLili Grün · 15 Zeilen
- Leid um PascinJoachim Ringelnatz · 16 Zeilen
- Nach der Trennung. LichterfeldeJoachim Ringelnatz · 20 Zeilen
- Die böse FarbeWilhelm Müller · 24 Zeilen
- Treuer TodTheodor Körner · 24 Zeilen
- Ein GedankenbriefRudolf Lavant · 289 Zeilen
Dieselben Gedichte, anders sortiert
Die häufigste Frage vor der Auswahl ist die Länge. Jede Untergruppe nennt die Regel, nach der sie gebildet ist — gezählt, belegt oder aus unserer eigenen Ordnung.
Kurz genug für eine Karte (6)
Höchstens zwölf Zeilen. Gezählt, nicht geschätzt.
- Abschied an den LeserGotthold Ephraim Lessing · 4 Zeilen
- Wenn zwei von einander scheidenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- AbschiedOtfried Krzyzanowski · 11 Zeilen
- AbschiedFrank Wedekind · 12 Zeilen
- AbschiedRainer Maria Rilke · 12 Zeilen
- Adieu Mädchenlachen!Paul Boldt · 12 Zeilen
Lang genug zum Vorlesen (19)
Dreizehn bis vierzig Zeilen — etwa ein bis drei Minuten laut gelesen. Gezählt.
- AbschiedWilhelm Busch · 15 Zeilen
- Der AbschiedJohann Wolfgang von Goethe · 16 Zeilen
- Abschied der Mutter von ihrem SohnAlfred Henschke · 17 Zeilen
- ScheidenHeinrich Kämpchen · 17 Zeilen
- AbschiedMarie Eugenie Delle Grazie · 20 Zeilen
- Abschied von RenéeJoachim Ringelnatz · 22 Zeilen
- AbschiedFrank Wedekind · 24 Zeilen
- Abschied von der JunggesellenzeitKurt Tucholsky · 25 Zeilen
- Abschied von ParisJoachim Ringelnatz · 28 Zeilen
- Abschied von CorsicaConrad Ferdinand Meyer · 30 Zeilen
- Willkommen und AbschiedJohann Wolfgang von Goethe · 32 Zeilen
- Willkommen und AbschiedJohann Wolfgang von Goethe · 32 Zeilen
- AbschiedJoseph von Eichendorff · 33 Zeilen
- Abschied von GasteinFranz Grillparzer · 40 Zeilen
- MonologLili Grün · 15 Zeilen
- Leid um PascinJoachim Ringelnatz · 16 Zeilen
- Nach der Trennung. LichterfeldeJoachim Ringelnatz · 20 Zeilen
- Die böse FarbeWilhelm Müller · 24 Zeilen
- Treuer TodTheodor Körner · 24 Zeilen
Aus dem 19. Jahrhundert und davor (12)
Der Verfasser starb vor 1900. Das Sterbejahr ist aus dem GND-Datensatz der Deutschen Nationalbibliothek belegt.
- Abschied an den LeserGotthold Ephraim Lessing · 4 Zeilen
- Wenn zwei von einander scheidenHeinrich Heine · 7 Zeilen
- Der AbschiedJohann Wolfgang von Goethe · 16 Zeilen
- Abschied von CorsicaConrad Ferdinand Meyer · 30 Zeilen
- Willkommen und AbschiedJohann Wolfgang von Goethe · 32 Zeilen
- Willkommen und AbschiedJohann Wolfgang von Goethe · 32 Zeilen
- AbschiedJoseph von Eichendorff · 33 Zeilen
- Abschied von GasteinFranz Grillparzer · 40 Zeilen
- AbschiedTheodor Storm · 41 Zeilen
- AbschiedFranz Grillparzer · 56 Zeilen
- Die böse FarbeWilhelm Müller · 24 Zeilen
- Treuer TodTheodor Körner · 24 Zeilen
Aus dem 20. Jahrhundert (19)
Der Verfasser starb 1900 oder später. Ebenfalls aus dem GND-Datensatz belegt.
- AbschiedOtfried Krzyzanowski · 11 Zeilen
- AbschiedFrank Wedekind · 12 Zeilen
- AbschiedRainer Maria Rilke · 12 Zeilen
- Adieu Mädchenlachen!Paul Boldt · 12 Zeilen
- AbschiedWilhelm Busch · 15 Zeilen
- Abschied der Mutter von ihrem SohnAlfred Henschke · 17 Zeilen
- ScheidenHeinrich Kämpchen · 17 Zeilen
- AbschiedMarie Eugenie Delle Grazie · 20 Zeilen
- Abschied von RenéeJoachim Ringelnatz · 22 Zeilen
- AbschiedFrank Wedekind · 24 Zeilen
- Abschied von der JunggesellenzeitKurt Tucholsky · 25 Zeilen
- Abschied von ParisJoachim Ringelnatz · 28 Zeilen
- Zum AbschiedRudolf Lavant · 57 Zeilen
- Abschied und WiederkehrKarl Kraus · 60 Zeilen
- Abschied vom Jahrhundert.Rudolf Lavant · 81 Zeilen
- MonologLili Grün · 15 Zeilen
- Leid um PascinJoachim Ringelnatz · 16 Zeilen
- Nach der Trennung. LichterfeldeJoachim Ringelnatz · 20 Zeilen
- Ein GedankenbriefRudolf Lavant · 289 Zeilen
Was in dieser Gruppe steht und wofür es sich eignet
Zweiundzwanzig Verfasserinnen und Verfasser sind beteiligt, und die Verteilung ist schief. Joachim Ringelnatz steht mit vier Texten darin, Rudolf Lavant und Johann Wolfgang von Goethe mit je drei, Franz Grillparzer und Frank Wedekind mit je zwei. Die übrigen siebzehn kommen je einmal vor: Paul Boldt, Wilhelm Busch, Heinrich Kämpchen, Theodor Körner, Theodor Storm, Gotthold Ephraim Lessing, Heinrich Heine, Otfried Krzyzanowski, Rainer Maria Rilke, Lili Grün, Alfred Henschke, Marie Eugenie Delle Grazie, Wilhelm Müller, Kurt Tucholsky, Conrad Ferdinand Meyer, Joseph von Eichendorff und Karl Kraus. Wer einen bestimmten Namen sucht, sieht damit sofort, ob der Bestand ihn für diesen Anlass hergibt.
Nach Länge sortiert liegt ein Text bei vier Zeilen oder darunter, einer zwischen fünf und acht, vier zwischen neun und zwölf, acht zwischen dreizehn und zwanzig, elf zwischen einundzwanzig und vierzig, vier zwischen einundvierzig und achtzig, und zwei sind länger als achtzig Zeilen. Der Schwerpunkt liegt also zwischen dreizehn und vierzig Zeilen, wo neunzehn der einunddreißig Texte stehen. Einen Zweizeiler gibt es hier nicht; unter vier Zeilen geht nichts. Wer zwischen den Enden wählt, entscheidet damit weniger über den Inhalt als über die Zeit, die die Zuhörenden haben. Ob ein kurzer Text zu einer Verabschiedung im Kollegenkreis, zu einem Umzug oder zu einer Trauerkarte passt, zeigt dagegen keine Zeilenzahl, sondern nur der vollständige Text – und zwölf Zeilen zu lesen dauert eine halbe Minute.
Sechs Texte kommen mit höchstens zwölf Zeilen aus, und ihre Anfänge zeigen, wie weit ein Stichwort trägt. „Abschied an den Leser“ von Gotthold Ephraim Lessing hat vier Zeilen und beginnt „Wenn du von allem dem, was diese Blätter füllt,“. Heines siebenzeiliges „Wenn zwei von einander scheiden“ aus einer Ausgabe von 1827 setzt fort mit „So geben sie sich die Händ’,“ – Titel und erste Zeile bilden zusammen einen Satz. Otfried Krzyzanowskis „Abschied“ von 1919 hat elf Zeilen und fängt an mit „Es ertrinken die Sterne“. Dazu kommen drei Zwölfzeiler: Rilkes „Abschied“ von 1907, „Wie hab ich das gefühlt was Abschied heißt.“; Paul Boldts „Adieu Mädchenlachen!“ von 1914, „Sie nehmen Abschied, werden nicht vergessen“; und Frank Wedekinds „Abschied“ von 1905, „Die Sinnlichkeit gibt mir Abschiedsfest;“.
Im mittleren Bereich ist die Auswahl am größten. Wilhelm Buschs „Abschied“ hat fünfzehn Zeilen und beginnt „Ach, wie eilte so geschwinde“. „Scheiden“ von Heinrich Kämpchen umfasst siebzehn Zeilen aus einer Ausgabe von 1909; Lili Grüns „Monolog“ von 1929 kommt auf fünfzehn, und als erste Zeile ist dort nur „Adieu!“ erfasst. Goethes „Der Abschied“ von 1789 hat sechzehn Zeilen und setzt mit „Laß mein Aug’ den Abschied sagen,“ ein. Joachim Ringelnatz’ „Abschied von Renée“ von 1933 zählt zweiundzwanzig Zeilen und beginnt mit einer Frage: „Wann sieht ein Walfisch wohl je“. Conrad Ferdinand Meyers „Abschied von Corsica“ von 1882 hat dreißig Zeilen, Theodor Körners „Treuer Tod“ von 1815 vierundzwanzig; dessen erste Zeile lautet „Der Ritter muß zum blut’gen Kampf hinaus,“, was vor einer Verwendung in einer Traueranzeige gelesen sein will.
Für eine längere Lesung stehen sechs Texte über vierzig Zeilen bereit. Franz Grillparzers „Abschied“ läuft über sechsundfünfzig Zeilen und setzt mit „Wie wird mir denn so weh und bang,“ ein; sein „Abschied von Gastein“ aus demselben Jahr 1872 bleibt mit vierzig Zeilen knapp darunter und beginnt „Die Trennungsstunde schlägt, und ich muß scheiden,“. Theodor Storms „Abschied“ hat einundvierzig Zeilen, Ausgabe von 1889, Karl Kraus’ „Abschied und Wiederkehr“ von 1920 kommt auf sechzig. Die beiden längsten stammen von Rudolf Lavant: „Abschied vom Jahrhundert.“ von 1899 mit einundachtzig Zeilen und „Ein Gedankenbrief“ von 1893 mit 289 – so viel liest niemand nebenbei vor.
Zwei Einträge tragen denselben Titel und dieselbe Zeilenzahl: Goethes „Willkommen und Abschied“ steht zweimal mit zweiunddreißig Zeilen im Bestand, einmal nach einem Druck von 1775 mit der ersten Zeile „Mir schlug das Herz; geschwind zu Pferde,“, einmal nach einem von 1827 mit „Es schlug mein Herz; geschwind zu Pferde!“. Auch Frank Wedekind ist zweimal mit „Abschied“ von 1905 vertreten, einmal mit zwölf Zeilen, einmal mit vierundzwanzig; die zweite Fassung beginnt „Glück und Segen und alles Gute“. Wer aus einem dieser Paare zitiert, nennt am besten die Ausgabe mit, sonst ist später nicht mehr zu klären, welche Fassung gemeint war.
Manchmal ist die erste erfasste Zeile gar kein Vers, sondern das, was in der Druckvorlage über dem Gedicht steht. Bei Kämpchens „Scheiden“ lautet sie „(Wiesbaden.)“, bei Storms „Abschied“ „1853.“, bei Eichendorffs „Abschied“ von 1864 „Im Walde bei Lubowitz.“, bei Lavants „Ein Gedankenbrief“ „(1877.)“ und bei dessen „Zum Abschied“ von 1893 „(Letzte Nummer des „Sozialdemokrat,“ 27. Sept. 1890.)“. Kurt Tucholskys „Abschied von der Junggesellenzeit“ von 1920 trägt die Kopfzeile „Abschied von der Junggesellenzeit von Theobald Tiger“. Beim Abschreiben lässt man solche Zeilen weg und fängt beim ersten Vers darunter an.
Zwei weitere Angaben lesen sich leicht falsch. Die Jahreszahl meint immer die Druckausgabe, aus der die Fassung genommen ist, nicht die Entstehung; die Drucke reichen von 1775 bis 1982, allein sechs stammen aus den 1920er Jahren und fünf aus den 1900ern. Und alte Schreibungen sind keine Fehler: „muß“ bei Grillparzer und Körner ist die Rechtschreibung vor 1996, „blut’gen“ und „Händ’“ zeigen mit dem Apostroph ein ausgelassenes e an, das der Vers nicht braucht, „von einander“ wurde damals getrennt geschrieben. Wer für eine Karte modernisiert, greift in den Wortlaut der Ausgabe ein und sollte es vermerken.
Was mit diesen Texten erlaubt ist, lässt sich kurz sagen: alles. Sämtliche Verfasserinnen und Verfasser dieser Gruppe sind seit mindestens siebzig vollen Kalenderjahren tot, ihr Urheberrecht ist damit erloschen (§ 64 in Verbindung mit § 69 UrhG). Abschreiben, drucken, vervielfältigen, vertonen, öffentlich vortragen und mit dem Ergebnis Geld verdienen ist erlaubt, und niemand muss gefragt werden. Vorsicht nur bei Übersetzungen und neueren Bearbeitungen – die stehen nach § 3 UrhG unter eigenem Schutz, unabhängig vom Alter des Originals. Eine Quellenangabe schuldet man rechtlich niemandem mehr, aber sie hilft beim Wiederfinden: Verfasser, Titel, Jahr der Druckausgabe, bei einer Kürzung zusätzlich der Hinweis auf die Kürzung.