Zum Inhalt springen
Versbuch

Gesegnete Wanderung

Otto Ernst · 18621926

20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1907

In fernes Licht hineinSchreit’ ich schon lange, lange;Um graue Trümmer hängt’sAn jenem Felsenhange.

Um Sagentore blühnDie abendroten Ranken;Durch Fensterhöhlen schau’nVerschollene Gedanken.

Und meine Seele schwebtDurch Tor- und FensterbogenIns Land des warmen Lichts,Allmächtig hingezogen.

Ich weiß es nun gewiß:Es schwebt ein selig LebenSchon über dieser WeltUnd ist uns schon gegeben.

Ich weiß seit diesem Tag:Es klingt Gesang und ReigenAus einer reinen WeltIn jedes tiefe Schweigen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Siebzig Gedichte S. 52, 1. Auflage, L. Staackmann, Leipzig, 1907
Digitalisat
de.wikisource.org — „Gesegnete Wanderung“, Fassung 1.623.327 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Otto Ernst starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118682342 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Otto Ernst

Alle Gedichte von Otto Ernst ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Naturalismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.