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Versbuch

Harfenspieler

Johann Wolfgang von Goethe · 17491832

16 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1795/96

Wer sich der Einsamkeit ergiebtAch! der ist bald allein,Ein jeder lebt, ein jeder liebt,Und läßt ihn seiner Pein.Ja! laßt mich meiner Qual!Und kann ich nur einmalRecht einsam seyn,Dann bin ich nicht allein.

Es schleicht ein Liebender lauschend sacht,Ob seine Freundin allein?So überschleicht bey Tag und NachtMich Einsamen die Pein,Mich Einsamen die Qual.Ach werd’ ich erst einmalEinsam im Grabe seyn,Da läßt sie mich allein!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Wilhelm Meisters Lehrjahre. Ein Roman. Band 1, 2. Buch, Dreyzehntes Capitel. S. 348–349, Johann Friedrich Unger, Berlin, 1795/96
Digitalisat
de.wikisource.org — „Harfenspieler“, Fassung 3.779.602 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Johann Wolfgang von Goethe starb 1832; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1902 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118540238 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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