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Versbuch

Daddeldus Lied an die feste Braut

Joachim Ringelnatz · 18831934

47 Zeilen in 9 Strophen · zuerst gedruckt 1924

Lat man goot sin, lütte seute Marie.Mi no ssavi!Ich habe deine PhotographieIn der MeditteriniensiWeit draußen auf dem MeereDamals verloren,Als ich bei den AzorenMit der Bulldog beinah versoffen wäre. –

Bulldog aheu!

Swiethart! Manilahaariges Kitty-Anny-Pipi –Oder wie du heißt –Bulldog aheu!Bei Jesus ChreistIch war – seit Konstantinopel – dir immer treu.

Scheek hends! Ehrlich und offen:Ich bin gar nicht besoffen.

Giff öß e Whisky, du, ach du! Jesus Christ!

Skool! bleddi Sanofebitsch – Ohne Spott:Ich glaube, dich hat der liebe GottAn einem Sonntag zusammengespleist.Weißt du, was du bist: Weißt?Hör mich einmal ernsthaft auf mich.Du – du bist – mein zweites Ich.Du mußt mir mal deinen Namen ausbuchstabieren,Hein soll mir das auf den Arm tätowieren.

Mary, mach mal deinem DaddelduDie Hosentür zu.

Ich habe noch immer die graue Salbe von dir,Das ist ganz egal; das ist auch ein Souvenir.Wer mir die Salbe nimmt –Ich bin der gutmütigste Kerl, glaub es mir;Ich habe noch keinem Catfisch ein Haar gekrümmt –Wenn ich zurück bin aus Schangei,Wie Gott will hoffen, –Wer mir die Salbe nimmt,Dem hau ik die Kiemen entzwei.

Bulldog aheu! Ich bin nicht besoffen.Wirklich nicht!Wirklich nicht!Wer mir die Salbe krümmt,Dem renn ich die Klüsen dicht. –Komm her, Deesy, wir schlagen die Bulldog entzwei.Wenn ich aus Kiatschu, Kiatschau –Porko dio Madonna!Mary, du alte Sau,Wer dir die Salbe stiehlt aus Schangei,Der wird einmal Kapitän Daddeldus Frau.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Kuttel-Daddeldu, S. 8 und 11, Kurt Wolff Verlag, München, 1924
Digitalisat
de.wikisource.org — „Daddeldus Lied an die feste Braut“, Fassung 3.778.972 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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