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Versbuch

Darmstadt

Joachim Ringelnatz · 18831934

19 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1928 (EA 1927)

Gestern war’s gut; und heute ist’s früh.Mein Hotel liegt dicht daneben.Hier geben sich die Leute Müh’,Über ihre Seelenzahl zu leben.

Max hat was von „Schule der Weisheit“ gesagt.Ich habe das für Unsinn genommen.Und der Großherzog hat nicht nach mir gefragt,Aber das verstehe ich vollkommen.

Eine Frau war dort mit kurzen Haaren,Welche fürchterlich mit mir poussierte.Über Darm und Stadt orientierteIch mich nicht. Weil wir bis vier zu zehnt beisammen waren.

Mochten – denke! danke! – viele mich hier leiden,Manche überlegen und bescheiden,Klug und klar,Leute, die jahraus, jahrein in Darmstadt sind, –

Kurz: Als ich in Darmstadt war,O du mon dieu mon dieu –Doch das letztere stammt von Wedekind.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Reisebriefe eines Artisten, S. 26, 5.–9. Tausend, Ernst Rowohlt, Berlin, 1928 (EA 1927)
Digitalisat
de.wikisource.org — „Darmstadt (Ringelnatz)“, Fassung 1.099.281 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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