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Versbuch

Das Bergmannspiel

Joachim Ringelnatz · 18831934

17 Zeilen · zuerst gedruckt 1924

Unter dem Bett ist der Schacht.Der wird entweder mit Bettdecken dunkel gemacht,Oder ihr spielt das Spiel bei der Nacht.In den Schacht schüttet ihr erst recht viel Kohlen.Die muß der Bergmann auf dem Bauche herausholen.Ein Licht oder Spirituskocher und zum GrabenEine Schaufel muß jeder Bergmann haben.Außerdem muß er vor allen Dingen sich hintenEin Stück Leder aus Schuh oder Ranzen anbinden.Dann baut ihr aus Tisch und Stuhl und Fußbank drei Stufen,Dort, wo der Eingang sein soll.Jeder, der runterkriecht, muß erst „Glückauf“ rufenUnd schaufelt eine Zigarrenkiste voll Kohlen voll.Jeder, der rauskriecht, muß dann ganz dreckig sein.Und jedesmal müssen alle Glückauf schrein.Geben euch eure Eltern was hinten drauf,Dann habt ihr doch hinten das Leder und ruft nur: „Glückauf“.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Geheimes Kinder-Spiel-Buch. Für Kinder von 5 bis 15 Jahren gedichtet und bebildert von Joachim Ringelnatz. Seite 7–8, 1. Auflage, Gustav Kiepenheuer, Potsdam, 1924
Digitalisat
de.wikisource.org — „Das Bergmannspiel“, Fassung 2.228.595 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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