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Versbuch

An Fouqué

Gustav Schwab · 17921850

45 Zeilen in 11 Strophen · zuerst gedruckt 1828

Zur Heimkehr aus dem Feldzuge 1813.O willkommen, lieber Sänger,Trittst du unverletzt herein?Darf es uns hinfort nicht längerBang um dich im Herzen seyn?

Ja, wir wissen’s, heiß in LiedernHast du nach dem Tod begehrt;Doch der Himmel, wohl uns Brüdern!Hat den ernsten Wunsch verwehrt.

Freilich, schön bedäucht es Allen,Wäre nach der deutschen SchlachtJeder Held, der drin gefallen,Dort bei deinem Lied erwacht.

Freilich, einen edlern TodtenKann der Väter sel’ge HandNicht erwinken sich zum BotenVom befreiten Vaterland.

Droben ständ’st du, aus der WundeStrömt’ ein heil’ger Strahl von Blut,Und aus deinem LiedermundeLobgesang auf deutschen Muth.

Doch sie wissen’s lange droben,Engel thaten’s ihnen kund,Und ein Jauchzen und ein LobenSchüttert durch des Himmels Rund.

Und die alten Preußendichter,Voller, als sie’s hier gethan,Schlagen jubelnd vor dem RichterIhre deutschen Harfen an.

Bleibe du noch der Lebend’gen,Edler Freiherr, Trost und Licht!Hilf den Argen ferner bänd’gen,Wie durch’s Schwert einst, durch’s Gedicht!

Warte, bis der goldne FriedeUnser deutsches Land begrüßt,Fei’re den erst noch im Liede,Bis dich später Schlummer küßt.

Früh genug, den du gesungen,Weckt der große Karl dich dort,Folko hält dich treu umschlungen,Sigurd beut den reichen Hort.

Alt und junge deutsche BrüderFreu’n sich dort bei deinem Sang;Alle sehn wir da dich wieder;Bleibe nur – es ist nicht lang!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte. 1. Band, S. 66–67, Cotta, Stuttgart und Tübingen, 1828
Digitalisat
de.wikisource.org — „An Fouqué“, Fassung 1.371.544 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Gustav Schwab starb 1850; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1920 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118762745 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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