Epoche
Gedichte der Aufklärung
Zur Aufklärung sind hier 297 Gedichte von sechs Verfasserinnen und Verfassern versammelt. Fast ein Drittel davon – 97 Stücke – hat höchstens zwölf Zeilen, das kürzeste zwei, das längste 112. Jeder Text ist vollständig, gemeinfrei und mit der Druckausgabe angegeben, aus der er hier stammt.
297 Gedichte von 6 Verfasserinnen und Verfassern · davon 97 mit höchstens 12 Zeilen
Verfasserinnen und Verfasser dieser Epoche
Nach Geburtsjahr geordnet.
Gedichte aus dieser Epoche
120 von 297 Gedichte, kürzestes zuerst. Die vollständige Liste steht auf der Seite der jeweiligen Verfasserin oder des Verfassers.
- An den MarullGotthold Ephraim Lessing · 2 Zeilen
- Auf den MisonGotthold Ephraim Lessing · 2 Zeilen
- Auf die GalateeGotthold Ephraim Lessing · 2 Zeilen
- Auf Frau TrixGotthold Ephraim Lessing · 2 Zeilen
- Entscheidung des vorigenGotthold Ephraim Lessing · 2 Zeilen
- Abschied an den LeserGotthold Ephraim Lessing · 4 Zeilen
- An den LeserGotthold Ephraim Lessing · 4 Zeilen
- An einen AutorGotthold Ephraim Lessing · 4 Zeilen
- Auf den Tod eines AffenGotthold Ephraim Lessing · 4 Zeilen
- Auf die PhasisGotthold Ephraim Lessing · 4 Zeilen
- Auf einen gewissen LeichenrednerGotthold Ephraim Lessing · 4 Zeilen
- Auf MuffelnGotthold Ephraim Lessing · 4 Zeilen
- Auf Nickel FeinGotthold Ephraim Lessing · 4 Zeilen
- Auf Trill und TrollGotthold Ephraim Lessing · 4 Zeilen
- Das Pferd Friedrich Wilhelms auf der Brücke zu BerlinGotthold Ephraim Lessing · 4 Zeilen
- Die Ewigkeit gewisser GedichteGotthold Ephraim Lessing · 4 Zeilen
- Freundschaft und LiebeFriederike Brun · 4 Zeilen
- Hänschen SchlauGotthold Ephraim Lessing · 4 Zeilen
- Thrax und StaxGotthold Ephraim Lessing · 4 Zeilen
- Auf einen Brand zu**Gotthold Ephraim Lessing · 5 Zeilen
- Der StachelreimGotthold Ephraim Lessing · 5 Zeilen
- Empfindung am UferFriederike Brun · 5 Zeilen
- Trost der TrennungFriederike Brun · 5 Zeilen
- ChloeChristian Felix Weiße · 6 Zeilen
- Den Pythagoras betreffendMatthias Claudius · 6 Zeilen
- Der Schleier der ZukunftFriederike Brun · 6 Zeilen
- Die Nymphe von VaucluseFriederike Brun · 6 Zeilen
- Hinz und KunzGotthold Ephraim Lessing · 6 Zeilen
- Münters Hinterlassene, an seinem GrabeFriederike Brun · 6 Zeilen
- NikanderGotthold Ephraim Lessing · 6 Zeilen
- Anakreons siebenzehnte OdeJohann Baptist von Alxinger · 7 Zeilen
- Grabschrift auf einen ertrunkenen JünglingFriederike Brun · 7 Zeilen
- Ihr Wille und sein WilleGotthold Ephraim Lessing · 7 Zeilen
- An den AmorChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- An eine SängerinFriederike Brun · 8 Zeilen
- Chloe im BadeChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Das Glück der LiebeChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Der blöde LiebhaberChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Der geflügelte AmorChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Der KnabeChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Der KußChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Der SchwurChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Der SpiegelChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Der VorwurfChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Der Vorzug der DeutschenChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Die AmazoneChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Die GrausameChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Die Liebe ist blindChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Die NachtigallenChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Die stumme SchöneChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Die WünscheChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Ein VerweisChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Grabschrift auf Georg ForsterFriederike Brun · 8 Zeilen
- Grabschrift auf Voltairen 1779Gotthold Ephraim Lessing · 8 Zeilen
- Liebe und GegenliebeChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- StaxChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- TrinkliedChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Velt und PoltGotthold Ephraim Lessing · 8 Zeilen
- Zweykampf mit dem AmorChristian Felix Weiße · 8 Zeilen
- Anakreons vier und zwanzigste OdeJohann Baptist von Alxinger · 9 Zeilen
- Das SingenChristian Felix Weiße · 9 Zeilen
- Die früh aufgehnde SonneChristian Felix Weiße · 9 Zeilen
- Die LachtaubeChristian Felix Weiße · 9 Zeilen
- Doris an DamonChristian Felix Weiße · 9 Zeilen
- Damon und DorisChristian Felix Weiße · 10 Zeilen
- Das unschuldige MädchenMatthias Claudius · 10 Zeilen
- Der bescheidne SchäferChristian Felix Weiße · 10 Zeilen
- Der BetrugChristian Felix Weiße · 10 Zeilen
- Der FriedeChristian Felix Weiße · 10 Zeilen
- Der IrrthumChristian Felix Weiße · 10 Zeilen
- Der WeiseChristian Felix Weiße · 10 Zeilen
- Die Nymphe des Mains und der WandrerFriederike Brun · 10 Zeilen
- Thyrsis und ChloeChristian Felix Weiße · 10 Zeilen
- Der HundChristian Felix Weiße · 11 Zeilen
- An AmorChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- Auf DorisJohann Baptist von Alxinger · 12 Zeilen
- Befehl an ZephyrChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- CupidoChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- Das KammermädchenChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- Der entflohene AmorChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- Der EntschlußChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- Der traurige LukasChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- Der UndankbareChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- Der Vogel im SprenkelChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- Die EifersuchtChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- Die HaselsträucheChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- Die KlugheitChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- Die lügenhafte PhyllisGotthold Ephraim Lessing · 12 Zeilen
- Die MondenfinsternißChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- Die MützeChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- Die NachtChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- Die SchamhaftigkeitChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- Die schöne AussichtChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- Die schreckliche ThatChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- Die Schwester und die Nymphe der GaronneFriederike Brun · 12 Zeilen
- Die Vorspiele der VersöhnungGotthold Ephraim Lessing · 12 Zeilen
- TrinkliedChristian Felix Weiße · 12 Zeilen
- An DorisJohann Baptist von Alxinger · 13 Zeilen
- Die UngerechtigkeitChristian Felix Weiße · 13 Zeilen
- Die boshafte SchäferinChristian Felix Weiße · 14 Zeilen
- Die WahlChristian Felix Weiße · 14 Zeilen
- Der gütige BesuchChristian Fürchtegott Gellert · 15 Zeilen
- Die RoseChristian Felix Weiße · 15 Zeilen
- An die MuseChristian Felix Weiße · 16 Zeilen
- An einen Bach im WinterChristian Felix Weiße · 16 Zeilen
- Das Heupferd, oder der GrashüpferChristian Fürchtegott Gellert · 16 Zeilen
- Der EremitChristian Felix Weiße · 16 Zeilen
- Der KukukChristian Fürchtegott Gellert · 16 Zeilen
- Der RufChristian Felix Weiße · 16 Zeilen
- Der SpasChristian Felix Weiße · 16 Zeilen
- Der sterbende VaterChristian Fürchtegott Gellert · 16 Zeilen
- Die Geburt der VenusChristian Felix Weiße · 16 Zeilen
- Die SchwatzhaftigkeitChristian Felix Weiße · 16 Zeilen
- Opfer an HygieaFriederike Brun · 16 Zeilen
- Die LindeChristian Felix Weiße · 17 Zeilen
- An ein VeilchenChristian Felix Weiße · 18 Zeilen
- Der MenschMatthias Claudius · 18 Zeilen
- Der MorgenChristian Felix Weiße · 18 Zeilen
- Der ZerstreueteChristian Felix Weiße · 18 Zeilen
- Die GesellschaftChristian Felix Weiße · 18 Zeilen
Der Bestand, seine Kürze und der Umgang mit alten Drucken
Auch hier gilt die Epochenangabe dem Verfasser und nicht dem einzelnen Text. Wer als Autor der Aufklärung geführt wird, steht mit allem hier, was von ihm vorliegt – das Lehrhafte neben dem Spöttischen, das Fromme neben dem Erotischen. Für die Suche heißt das: Die Überschrift grenzt einen Kreis von Verfassern ein, keine Stimmung. Wer eine bestimmte Stimmung braucht, sieht sich besser die Titel und die Anfangszeilen an; sie verraten in wenigen Wörtern mehr als jede Epochenbezeichnung.
Die Verteilung überrascht viele: Nicht Lessing führt den Bestand an, sondern Christian Felix Weiße mit 102 Gedichten, gefolgt von Christian Fürchtegott Gellert mit 73. Danach kommen Friederike Brun mit 45, Johann Baptist von Alxinger mit 40, Gotthold Ephraim Lessing mit 29 und Matthias Claudius mit 8. Wer also ein Claudius-Gedicht sucht, hat eine sehr kleine Auswahl; wer Weiße nicht kennt, findet hier den umfangreichsten Teil. Gellert ist vor allem als Fabeldichter und Verfasser geistlicher Lieder geläufig – ein Ton, der sich für Andachten eignet.
Kürzer als in dieser Gruppe wird es kaum. Von Lessing stehen zahlreiche Sinngedichte hier, die mit zwei Zeilen auskommen: „An den Marull“ beginnt „Groß willst du, und auch artig seyn?“, „Auf die Galatee“ mit „Die gute Galatee! Man sagt, sie schwärz’ ihr Haar;“. Ebenso zweizeilig sind „Auf den Mison“, „Auf Frau Trix“ und „Entscheidung des vorigen“ – der Titel des letzten zeigt, dass diese Stücke paarweise gedruckt wurden und aufeinander antworten. Reißt man eines heraus, fehlt ihm die Hälfte seiner Pointe.
Vierzeilig sind Lessings „An den Leser“ – „Du, dem kein Epigramm gefällt,“ –, „Abschied an den Leser“, „An einen Autor“, „Auf einen gewissen Leichenredner“, „Auf Muffeln“ und „Auf den Tod eines Affen“. Alle sind zugespitzt und meist spöttisch; für einen Trauerfall taugen sie nicht, für eine Rede mit Witz sehr wohl. Anders klingt Friederike Bruns „Freundschaft und Liebe“ von 1795, vier Zeilen, beginnend „Hand in Hand und unzertrennbar wandeln“. Sechs Zeilen hat „Chloe“ von Christian Felix Weiße, 1758 gedruckt: „Ja, Chloe, wenn du bey mir bist,“.
Für die Auswahl ist die Kürze hier Vorteil und Falle zugleich. Ein Zweizeiler passt überall hin – auf eine Karte, in eine Einladung, unter ein Bild –, aber er trägt keine Feier. Wer eine Ansprache eröffnen will, braucht mindestens vier bis acht Zeilen, damit die Zuhörer ankommen. Vorgelesen dauern zwei Zeilen fünf Sekunden; das kann als Pointe genau richtig sein und als Redeanfang zu wenig. Prüfen Sie den Text laut, bevor Sie ihn drucken lassen – das ist die einzige verlässliche Probe.
Zum Rechtlichen in einem Satz: Diese Texte gehören niemandem mehr. Der Urheberschutz endet siebzig volle Kalenderjahre nach dem Tod des Verfassers (§ 64 UrhG, Fristbeginn nach § 69 UrhG), und bei Autoren des 18. Jahrhunderts liegt das weit zurück. Abschreiben, drucken, vertonen, in ein Schulheft setzen, auf einem Markt verkaufen – alles erlaubt, ohne Anfrage. Wer dagegen eine neuere Übertragung oder eine bearbeitete, sprachlich modernisierte Fassung verwendet, greift auf ein eigenständiges Werk zu, das nach § 3 UrhG geschützt sein kann.
Am auffälligsten ist bei diesen alten Drucken die Rechtschreibung. „seyn“ und „bey“ mit y sind im 18. Jahrhundert die Regel und keine Verschreibung; das y verschwand erst im 19. Jahrhundert aus solchen Wörtern. Der Apostroph in „schwärz’“ zeigt einen fehlenden Buchstaben an, hier in der Konjunktivform. Wer solche Formen modernisiert, verändert den Klang der Zeile und manchmal das Versmaß. Am sichersten fährt, wer buchstabengetreu übernimmt, was in der angegebenen Ausgabe steht, und die Schreibung nicht halb anpasst.
Bei den Jahreszahlen lohnt ein zweiter Blick. Neben Lessings Sinngedichten stehen hier Angaben wie 1838 oder 1982 – das sind die Druckausgaben, aus denen der Wortlaut übernommen ist, nicht die Zeit ihrer Entstehung. Diese Unterscheidung ist keine Spitzfindigkeit: Sie erklärt, warum ein Text der Aufklärung eine Jahreszahl aus dem 20. Jahrhundert trägt. Für die Quellenangabe nennt man beides sinnvoll in einer Zeile – Verfasser, Titel, verwendete Ausgabe –, dann ist nachvollziehbar, welchem Druck der abgeschriebene Wortlaut folgt.