Zum Inhalt springen
Versbuch

Opfer an Hygiea

Friederike Brun · 17651835

16 Zeilen · zuerst gedruckt 1795

Höre mich, Hygiea! Du rosenwangige Göttinn,Sey der Flehenden hold, welche voll Hoffnung sich naht!Statt der lachenden Horen, die sonst mein Leben umschwebten,Schwärmet der Plagen Heer mir ums brennende Haupt.Schöne freundliche Göttinn! gebeut den nächtlichen Plagen;Stürze mit mächtigem Arm sie in den Orkus hinab!Siehe der Jugend Schmuck, das braune wallende Haupthaar;An des Altares Fuß leg’ ich weinend es hin!Ach ein theures Opfer! Es war der Gespielinnen Freude,Wenn wir beym häuslichen Fest kränzten das glänzende Haar;Tändelnd haschten die Kindlein die langen wehenden Locken,Hob sie der scherzende West höher im frölichem Tanz.Darum segne den Quell, auf daß ein frischeres LebenKühlend vom Scheitel hinab dämpfe die dörrende Glut!Sei der Flehenden hold, o rosenwangige Göttinn!Schenke Gesundheit mir, schenke mir frölichen Sinn!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 18–19, Orell, Gessner, Füssli & Comp., Zürich, 1795
Digitalisat
de.wikisource.org — „Opfer an Hygiea“, Fassung 1.101.466 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Friederike Brun starb 1835; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1905 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118516051 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Friederike Brun

Alle Gedichte von Friederike Brun ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Aufklärung

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.