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Versbuch

Der Mensch

Matthias Claudius · 17401815

18 Zeilen · zuerst gedruckt 1782

Empfangen und genähretVom Weibe wunderbar,Kömmt er und sieht und höret,Und nimmt des Trugs nicht wahr;Gelüstet und begehret,Und bringt sein Thränlein dar;Verachtet und verehret,Hat Freude und Gefahr;Glaubt, zweifelt, wähnt und lehret,Hält Nichts und Alles wahr;Erbauet und zerstöret,Und quält sich immerdar;Schläft, wachet, wächst und zehret,Trägt braun und graues Haar etc.Und alles dieses währet,Wenn’s hoch kommt, achtzig Jahr.Denn legt er sich zu seinen Vätern nieder,Und er kömmt nimmer wieder.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
ASMUS omnia sua SECUM portans, oder Sämmtliche Werke des Wandsbecker Bothen, Vierter Theil. S. 108, 1. Auflage, beim Verfasser, Wandsbeck, 1782
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Mensch (Claudius)“, Fassung 3.436.750 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Matthias Claudius starb 1815; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1885 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118521098 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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