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Versbuch

Der gütige Besuch

Christian Fürchtegott Gellert · 17151769

15 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1769

Ein offner Kopf, ein muntrer Geist,Kurz, einer von den feinen Leuten,Die ihr Beruf zu NeuigkeitenNie denken, ewig reden heißt;Die mit Gewalt es haben wollen,Daß Kluge närrisch werden sollen;Ein solcher Schwätzer trat herein,Dem Dichter den Besuch zu geben.O! rief er, welch ein traurig Leben!Wie? schlafen Sie denn nicht bey ihren Büchern ein?So sind Sie denn so ganz allein,Und müssen gar vor langer Weile lesen?Ich dacht es wohl, drum kam ich so geschwind.

Ich bin, sprach der Poet, noch nie allein gewesen,Als seit der Zeit, da Sie zugegen sind.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Sämmtliche Schriften. 1. Theil: Fabeln und Erzählungen, Erstes Buch. S. 82, 1. Auflage, M. G. Weidmanns Erben und Reich und Caspar Fritsch, Leipzig, 1769
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der gütige Besuch“, Fassung 4.601.670 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Christian Fürchtegott Gellert starb 1769; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1839 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118538322 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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