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Versbuch

Unsre Fahne

Rudolf Lavant · 18441915

30 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1965

Sie folgen ihren TrikolorenMit lautem Ruf in Kampf und Not –Wir haben eine nur erkoren,Wir haben einer nur geschworen,Dem ernsten Rot.Und wie es uns auf rauhen BahnenErquickung lustig rauschend bot,So überflügelt alle Fahnen,Die nur an Sklavendienste mahnen,Das freie Rot.

Wir pflanzten schon auf manche Zinne,Die uns den Untergang gedroht,Dem Volk zu dauerndem GewinneMit unbeugsamem MannessinneDas trotz’ge Rot.Und niemals wird es unterliegen,Sie schleifen’s nimmer durch den Kot;Es wird sich auch zu künft’gen SiegenOb unsern Reihn im Winde wiegenDas stolze Rot.

Uns ist ein scharfer Sporn gegebenIm steten Kampf ums karge Brot;Drum klammert sich des Volkes Streben,Drum klammert sich sein tiefstes LebenAns treue Rot.Wir haben heilig es gesprochen,Von der Befreier Zorn durchloht,Und wenn des Unrechts Burg gebrochen,Dann grüßt der Herzen stürmisch PochenDas teure Rot.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Rudolf Lavant Gedichte, 3. Auflage, Akademie Verlag, Berlin, 1965
Digitalisat
de.wikisource.org — „Unsre Fahne“, Fassung 3.492.507 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rudolf Lavant starb 1915; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1985 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 10218299X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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