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Versbuch

Was von Orden

Rudolf Lavant · 18441915

42 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1965

Als ich den OrdensbreisgorrandIn Ihren währden Bladde fand,Da worde mer uff eemal glar,Was mer bis dato duster war,Uff heechst eefache Ard un Weise:Es had ja alles feste Breise.

Hat ärgend eener Knobblochweh,So guckd er in sei Bordmonneh,Un had er zwee-, dreimal gezehld,So wärd der Orden ausgewähld,Den mer als middelmäß’ger MannMid edwas Drahd sich leisten gann.

So drei-, villeicht vierdausend Mark,Das is doch eegendlich ä Quark.Die grichd nich der Agend – i nee! –Die dehbonierd mer bein Bankjeh.Uff die Ard werd mer nich beschummeld,Un nunmehr werd das Ding befummeld.

Is den Agenden es geglickd,Un had das Greizchen er geschickd,Erhebd der Gude anschdandslosBei den Bankjeh das bare Moos.Er schmunseld und Dir duhd’s nich leed –’s herrschd beiderseids Zufriedenheed.

Ob nu an Suldan oder Babst,Obste an Schbanijen Dich labst,Ob mehr Idalijen Du liebst,Ob Bersien de den Vorzug giebstBei Schmickung Deines neien Frackes,Das ist gans Sache des Geschmackes.

Gewinnd mer – so was schändet nie! –Än Batzen in der Lodderie,Gammer gleich diefer nein sich gnienUn’s ganse Sordemend beziehn.Wer weeß – das wäre awwer fein! –Ob se in Ramsch nich billjer sein?

Un schdilld, weil Du ä Badriod,Gee fremdes Greizchen Deine Nohd,Schick nur finf braune Scheine ein,So wärd ä deidsches Deine sein,Un nachher – heiliges Gewidder! –Biste ä richdger Vollbludsridder!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Rudolf Lavant Gedichte, 3. Auflage, Akademie Verlag, Berlin, 1965
Digitalisat
de.wikisource.org — „Was von Orden“, Fassung 3.545.302 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rudolf Lavant starb 1915; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1985 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 10218299X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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