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Versbuch

Sächsches Bech

Rudolf Lavant · 18441915

41 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 12. Juli 1902

Wer unsre sächsche Ard verschdehd,Der weeß se nach Verdienst zu schetzen:Mir hamm die Eegendiemlichgeed,Uns in de Nesseln schdeds zu setzen.Mer hielden uns fer sehr gescheid,Doch unser Bech, das ging ins Weide —Mir Sachsen schdanden jederzeidNadierlich uff der falschen Seide.

Mir hadden äbend offenbarAe gans unglobliches Geschicke:Wenn unser Handeln richdig war,Geschah's in falschen Oogenblicke.Schdeds war de Sache außern LohdUn niemals waren mer in Bilde:Mer waren weech, dahd Schdrenge nohd,Un Härde iebden mer schdadd Milde.

Mer mohschden midden Moos wie doll,Warn mer an ärgsten in Gedrenge,Un waren unsre Gassen voll,Da gnickerden mer um de Fenge.Schdeds war zum Dämlichsten bereidAe Heer von Ja─ un Amensagern:Mer schbarden in der fedden ZeidUn daden dicke in der magern.

Wo Alles schwer darniederliegdUn mer gaum Brod had zur Geniege,Erhehd der Landdag quiedschvergniegdDen neien Genig de Beziege.Mer fiehren Exdraschdeiern ein(Un nich edwan uff Eklebahschen)Un mer erhehn — was gann da sein? —Heechst liwweral de Abenahschen.

So än Scheniestreech durchzufiehrn,Wenn's Volk nischd had zun eikeln Brode,Das gann in Sachsen nur bassiern,Das is so richdge sächsche Mode.In ungeeegendsten MomendLojal zu sin — 's glingd wie ä Mährchen! —Doch wersch bein richdgen Namen nennd,Der gommd ins Loch un schbinnd sei Jährchen.Fritzchen Mrweessesnich.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
off, Leipziger Volkszeitung, Leipzig, 12. Juli 1902
Digitalisat
de.wikisource.org — „Sächsches Bech“, Fassung 3.649.021 · Bearbeitungsstand „korrigiert“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rudolf Lavant starb 1915; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1985 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 10218299X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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