Coralie
Frank Wedekind · 1864–1918
22 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1905
IHüpfe nicht mit nacktem FußeIn den tollen Gischt hinein;Stürz dich in das Meer der Buße,Wasch dir deine Seele rein.
Badst du doch an diesen KüstenDeinen Busen marmorweiß,Nur um dich damit zu brüstenAbends im Bekanntenkreis.
IIWie dort durch der Brandung ZischenSich erstreckt der Hafendamm,So erstrecke ich mich zwischenDich und deinen Bräutigam.
Auf neutralem Boden schlummernIst mir ein besondrer Reiz,Wie das Leben zwischen PummernUnd Palermo in der Schweiz.
Eisig krabbelt’s übern Rücken,Schloßenschauer fühl’ ich nah;Hingestreckt vor meinen BlickenFeurig glüht Italia.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Die vier Jahreszeiten, 1. Auflage, Albert Langen, Verlag für Litteratur und Kunst, München, 1905
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Coralie“, Fassung 3.779.852 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Frank Wedekind starb 1918; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1988 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118629867 der Deutschen Nationalbibliothek.
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