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Versbuch

Die Heilige

Rainer Maria Rilke · 18751926

12 Zeilen · zuerst gedruckt 1906

Das Volk war durstig; also ging das einedurstlose Mädchen ging die Steineum Wasser flehen für ein ganzes Volk.Doch ohne Zeichen blieb der Zweig der Weide,und sie ermattete am langen Gehnund dachte endlich nur, dass einer leide,(ein kranker Knabe, und sie hatten beidesich einmal abends ahnend angesehn).Da neigte sich die junge Weidenrutein ihren Händen dürstend wie ein Thier:jetzt ging sie blühend über ihrem Blute,und rauschend ging ihr Blut tief unter ihr.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Das Buch der Bilder 1. Buch Teil 1, S. 26, Zweite sehr vermehrte Auflage, Axel Junker Verlag, Berlin / Leipzig, Stuttgart, 1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Heilige“, Fassung 2.357.736 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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