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Versbuch

Die Laute

Rainer Maria Rilke · 18751926

12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1918

Ich bin die Laute. Willst du meinen Leibbeschreiben, seine schön gewölbten Streifen:sprich so, als sprächest du von einer reifengewölbten Feige. Übertreib

das Dunkel, das du in mir siehst. Es warTullias Dunkelheit. In ihrer Schamwar nicht so viel, und ihr erhelltes Haarwar wie ein heller Saal. Zuweilen nahm

sie etwas Klang von meiner Oberflächein ihr Gesicht und sang zu mir.Dann spannte ich mich gegen ihre Schwäche,und endlich war mein Inneres in ihr.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Der neuen Gedichte anderer Teil, S. 77, Insel-Verlag, Leipzig, 1918
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Laute“, Fassung 3.529.298 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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