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Versbuch

Die Liebende

Rainer Maria Rilke · 18751926

15 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1906

Ja ich sehne mich nach dir. Ich gleitemich verlierend selbst mir aus der Hand,ohne Hoffnung, daß ich Das bestreite,was zu mir kommt wie aus deiner Seiteernst und unbeirrt und unverwandt.

… jene Zeiten: O wie war ich Eines,nichts was rief und nichts was mich verriethmeine Stille war wie eines Steines,über den der Bach sein Murmeln zieht.

Aber jetzt in diesen Frühlingswochenhat mich etwas langsam abgebrochenvon dem unbewußten dunkeln Jahr.Etwas hat mein armes warmes Lebenirgendeinem in die Hand gegeben,der nicht weiß was ich noch gestern war.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Das Buch der Bilder 1. Buch Teil 1, S. 18, Zweite sehr vermehrte Auflage, Axel Junker Verlag, Berlin / Leipzig, Stuttgart, 1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Liebende (Rilke)“, Fassung 2.353.043 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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