Z’Windischt i dr Bärlisgrueb
Paul Haller · 1882–1920
36 Zeilen in 9 Strophen · zuerst gedruckt 1922
Z’Windischt i dr BärlisgruebVor alte lange ZyteHänd d’Römerwyber ’s Gaudi gha,Wen d’Christe sind cho stryte.
De Käiser het nid welle ha,As d’Lüt zum Häiland bätte.„Vor d’Leue mit ene!“ het’s tönt,Wi wen si gmordet hätte.
Do ist es Mäiteli z’Huse gsi,Won au hätt sölle stärbe.„O Vatter, Mueter, hälf ech GottVom ewige Verdärbe!
Mir söl de Käiser ’s Läbe neh,I blybe bi mim Glaube;So chumi bald in Himmel ue!De cha mr niemer raube!
Ir Manne, mached ’s Törli ufUnd löhnd di Leuen use!Es söl mr ab de Leue nid,Und ab em Tod nid gruse!
Herrgott im Himmel, nim mi uf!“O lueg, ietz wird’s verrisse!Do lyt es bluetigs Chind im Sand,Verschunden und verbisse.
„O Chind, mis Chind, so bluetigrot,Du hesch di Häimet gfunde.Mir wachst kes Tränkli und kes ChrutFür mini tiefste Wunde.
Herr Käiser! i bi d’Mueter gsyVo Husen i dr Nöchi.Herr Käiser! allue Götze FluechUnd Ehr Gott i dr Höchi!“
Z’Windischt i dr BärlisgruebVor alte lange ZyteHänd d’Römerwyber ’s Gaudi ghaWen d’Christe sind cho stryte.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 102-103, H. R. Sauerländer & Co., Aarau, 1922
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Z’Windischt i dr Bärlisgrueb“, Fassung 3.866.829 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Paul Haller starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119041952 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.