z’Nacht
Paul Haller · 1882–1920
24 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1922
Schwarz gropet d’Nacht dr Aare noh,Käis Stärndli schickt e Häiteri.’S mues jeden äinist ’s Läbe lohUnd usem Liecht a d’Feisteri:
Hütt isch es glych au gar so still,Ke Gäisle ghörst, ke Ysebah!Was äine spinnt und wärche wil,De Fade mues es Ändi ha.
Lys ruschets a dr Äich verbyBis änevör, a d’Chlosterwog.Und mues’s den äinist gstorbe sy,Gottlob! me chunt us mänger Plog.
Lueg, ’s lauft es Liechtli usem Hus,Und übers Wasser tanzt en Schy.Goht äin uf Freud und Liebi us,Z’Tratz mues er rächt eläigge sy.
Los doch und lueg, wi’s Wasser schüßtDurab, durab, ’s chunt nümme z’rugg.Probiers, wenn alles nidsi flüßt,Öb d’obsi magst bis under d’Brugg!
Und was dr Chrüz und Chumber macht,Chum zue mr, stand as Wasser a.Es isch mr, s’häig no nie ke NachtSo dunkelschwarzi Auge gha.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 98, H. R. Sauerländer & Co., Aarau, 1922
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Z’Nacht“, Fassung 3.866.834 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Paul Haller starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119041952 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.