Träume
Paul Haller · 1882–1920
16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1922
Durch der Nächte stille SchlummergassenSchleich ich mauerlängs mit scheuem Schritte,Daß die Träume nicht am Kleid mich fassen,Die dahergehn in des Weges Mitte.
Denn vor Träumen hüte sich die Seele!Die den Tag uns zeigen und die Sonne,Daß der Blinde fühle, was ihm fehle,Der Betrübte lechze nach der Wonne.
Die der Liebe holde FriedenspalmeFern uns zeigen auf besonntem Hügel,Daß dich Wütender der Schmerz zermalmeUnd die Trauer um gebrochne Flügel.
Durch der Nächte stille SchlummergassenSchleich ich drum mit angstgehemmtem Tritte,Daß die Träume nicht am Kleid mich fassen,Die dahergehn in des Weges Mitte.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 31, H. R. Sauerländer & Co., Aarau, 1922
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Träume (Haller)“, Fassung 2.353.089 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Paul Haller starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119041952 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.