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Versbuch

Sylvesternacht

Paul Haller · 18821920

20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1922

Die letzte Nacht im alten JahrSteigt auf so licht und sternenklar.Ihr Sterne, wenn ihr niedergeht,Die neue Zeit am Himmel steht.

Ihr wandert droben heiter fortUnd findet den bestimmten Ort.Hier unten lebt sich’s sehnsuchtsvoll;Wir wissen nicht, was werden soll.

Ihr tragt mit unverwandtem SinnDen Glanz durch Ewigkeiten hin.Wir tun mit bangem AngesichtViel schneller aus das kurze Licht.

Ihr hört nicht auf den Stundenschlag;Wir haben einen kurzen Tag,Und was wir glauben, was wir tun,Wird bald mit uns im Grabe ruhn.

Drum, Sterne, webt aus SilberglanzMir um die Stirn den Freudenkranz,Daß ich mit heiterm Geist und freiDer Gast des neuen Jahres sei.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 47, H. R. Sauerländer & Co., Aarau, 1922
Digitalisat
de.wikisource.org — „Sylvesternacht“, Fassung 876.804 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Paul Haller starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119041952 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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