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Versbuch

Der Gürtel des Orion

Paul Haller · 18821920

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1922

Der Gürtel des Orion glänztWie dazumal; du denkst wohl kaum daran:Wir standen eng, in Lieb’ geschmiegt,Und blicken nach der Sternenbahn.

Geheime Lust, ein tief verschwiegen Glück!Und beide wußten um sein frühes Grab,Und beide fragten, ob zum letzten KußDer Stern uns seinen lieben Schimmer gab.

Ich war’s, der schmerzhaft, ob sich selbst enttäuscht,Das Band zerriß. Verzeihend littest du;Und unter andern Sternen, tränenfeucht,Suchst du nun deiner Sehnsucht Ruh.

Mir aber packt in dieser NachtDie Reu das Herz mit scharfen Krallen an.Der Gürtel des Orion glänztWie dazumal; du denkst wohl kaum daran.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 29, H. R. Sauerländer & Co., Aarau, 1922
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Gürtel des Orion“, Fassung 3.089.975 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Paul Haller starb 1920; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1990 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119041952 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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