An eine Falte
Karl Kraus · 1874–1936
18 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1920
Wie Gottes Athem seine Fluren fächelt,so wird es leicht und lichtin diesem klaren Angesicht.Es hat die Erde gernund schwebt ihr fernund liebt und lächelt.
Und Gottes Finger bildete den Bugvom Ebenbilde.Es zieht so mildehin über alles Leid,und es verzeihtder edle Zug.
In dich, o unvergeßlich feine Falte,betend versankenmeine Gedanken.Daß diese letzte Spurseiner Naturmir Gott erhalte!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Ausgewählte Gedichte, S. 49-50, Verlag der Schriften von Karl Kraus (Kurt Wolff), München, 1920
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „An eine Falte (Kraus)“, Fassung 1.096.141 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Karl Kraus starb 1936; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2006 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118566288 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.