Liebesmorgen
Paul Boldt · 1885–1921
16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1914
Aus dem roten, roten PfühlKriecht die Sonne auf die Dielen,Und wir blinzeln nur und schielenNach uns, voller Lichtgefühl.
Wie die Rosa-Pelikane,Einen hellen Fisch umkrallend,Rissen unsere Lippen lallendKuß um Kuß vom weißen Zahne.
Und nun, eingerauscht ins weicheNachgefühl der starken Küsse,Liegen wir wie junge FlüsseEng umsonnt in einem Teiche.
Und wir lächeln gleich Verzückten;Lachen gibt der Garten wieder,Wo die jungen Mädchen Flieder,Volle Fäuste Flieder pflückten.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Junge Pferde! Junge Pferde! S. 35, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1914
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Liebesmorgen“, Fassung 1.103.472 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Paul Boldt starb 1921; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1991 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118661175 der Deutschen Nationalbibliothek.
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