Stimmen
Otfried Krzyzanowski · 1886–1918
14 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1919
Er:Laß mich allein, ich falle zur BeuteDem, was die tiefste Schmach du nennst.Das »Morgen« gilt mir nicht, nicht mehr das »Heute«,Nur eine Stunde noch, die du nicht kennst.
Staub bin ich dann und fremder Stürme Raub und Erde:Auf mir lastet die Nacht.Bald schlummert ein Schmerz: Was in mir wacht,Ist Kummer, Angst, Beschwerde.
Sie:Du reißt dich los. Ich höre noch: Du sinkst.Weiß nicht, in welchem Meer du ertrinkst.Bin ich jetzt die Verlassene, Befreite?War stets doch die zu jedem Schmerz Bereite.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Unser täglich Gift S. 21, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1919
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Stimmen“, Fassung 584.229 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Otfried Krzyzanowski starb 1918; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1988 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 128523778 der Deutschen Nationalbibliothek.
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