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Versbuch

Von steinerner Terrasse

Marie Eugenie Delle Grazie · 18641931

26 Zeilen in 8 Strophen · zuerst gedruckt 1892

Monte Pincio.

1.

Von steinerner TerrasseBlick ich aus Rom herab –Da liegt es mir zu Füßen:Halb Siegesthor, halb Grab!

Dieselbe gold’ne SonneVerklärt im Niedergeh’nDes Lebens und des TodesGewaltige Trophä’n!

Hier flammt sie in der KuppelSankt Peter’s aus und brichtIm Strahle der FontainenIhr siebenfarbig Licht!

Dort tilgt sie Schmach und SchandeHinweg als KöniginUnd wirft den eig’nen PurpurAuf’s Grab des Palatin!

Und Heilige und KreuzeUnd morscher Tempel ZierErglänzen, wie zum Hohne,Gleich warm geküßt von ihr:

Und in die Lüfte zaubertSie eine Rosenflur –Wie schön und grausam lächelstDu über Rom, Natur!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Italische Vignetten, S. 51, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892
Digitalisat
de.wikisource.org — „Von steinerner Terrasse“, Fassung 585.122 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Marie Eugenie Delle Grazie starb 1931; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2001 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118746278 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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