Zum Inhalt springen
Versbuch

»Guide« und Fernrohr unter’m Arm

Marie Eugenie Delle Grazie · 18641931

25 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1892

4.

»Guide« und Fernrohr unter’m ArmSchreitet er mit hagern BeinenDurch des Volkes lauten Schwarm –Englands’ Sohn – ich will es meinen!

Bleibt an jeder Ecke steh’n,Um getreulich nachzulesen,Und notirt im Weitergeh’nPünktlich: „Ich bin dagewesen!“

Daß ein Raphael gemalt,Nimmt er würdevoll zur Kenntnis,Denn des Genius Kunst bezahltEr mit seinem Kunst – „Verständnis“!

Hoch vom Palatin aus spähtStolz er, wie einst Cäsar niederUnd als Purpur wallt der – PlaidFeierlich um seine Glieder....

Im Museo kokettirtEr mit jedem MarmorresteUnd sein Rücken ignorirtHöflichst all’ die andern Gäste;

Steif betritt er Saal um Saal,Um noch steifer fortzugehen –Ach! und internationalDenkt er nur von fremden – Zehen!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Italische Vignetten, S. 29, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892
Digitalisat
de.wikisource.org — „»Guide« und Fernrohr unter’m Arm“, Fassung 1.671.293 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Marie Eugenie Delle Grazie starb 1931; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2001 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118746278 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Marie Eugenie Delle Grazie

Alle Gedichte von Marie Eugenie Delle Grazie ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Naturalismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.