„Y–a! Y–a!“
Marie Eugenie Delle Grazie · 1864–1931
29 Zeilen in 8 Strophen · zuerst gedruckt 1892
2.
„Y–a! Y–a!“ „Maledetto –Willst du endlich?“ doch er steht,Trotzig weit die Beine spreizend,Hoch die Nüstern aufgebläht.
Schläge? Pah! sein täglich Futter –Kaum noch fühlt sie Fleisch und Haut;Aber eine Meinung hat er,Und die sagt er Allen laut!
Boshaft lacht das graue Auge,Höhnisch zuckt das schiefe Maul –Wund der Rücken – doch was thut es?Ihm behagt’s und – er ist faul!
Stück für Stück rollt das GemüseAus den Körben, die er trägt;Schöne Waare – soll zu Markte –Doch wie auch der Führer schlägt,
Tobt und wüthet, rast und zetert –Beppo steht, ein ganzer Held,Schwitzt und blutet, weil’s nun einmal,Seiner Thorheit so gefällt;
Weil die besten seinen AhnenDiesen Brauch auf ihn vererbt.Fromme Esel-Überlief’rung,Heilig, wenn auch oft gegerbt!
Mitleidvolle Seelen aberSammeln sich im Kreis ringsumUnd beseufzen heut’ wie immerBlödsinn als Martyrium!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Italische Vignetten, S. 25–26, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „„Y–a! Y–a!““, Fassung 1.944.109 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Marie Eugenie Delle Grazie starb 1931; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2001 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118746278 der Deutschen Nationalbibliothek.
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