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Versbuch

Cäsarenwahnsinn

Marie Eugenie Delle Grazie · 18641931

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1892

Götterwürd’ und GötterrechteHabt ihr kühn euch angemaßt,Geist und Tugend wurden Knechte,Wo die Willkür toll gepraßt;

Trotzig fern den Erdgebornen,Aber auch der Götter Huld,Mußtet ihr den Wahlerkor’nenFurchtbar zahlen eure Schuld!

Wahnsinn schlang sich mit der KroneRom’s um die Cäsarenstirn,Erbt’ vom Vater sich zum Sohne,Fraß am Herzen euch und Hirn;

Wahnsinn übt als SchicksalsfehmeHeute noch den gleichen Spruch:Götter schenken Diademe,Wer sie raubt, den trifft ihr Fluch!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Italische Vignetten, S. 5, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892
Digitalisat
de.wikisource.org — „Cäsarenwahnsinn“, Fassung 2.186.372 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Marie Eugenie Delle Grazie starb 1931; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2001 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118746278 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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