Der Sängerin
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1910
Ich werde die Stunde nie vergessen,Die wie ein Sternfall meiner Nacht erschien.Ein lauschender Toter, hab ich vor dir gesessenUm deiner Lieder schwelgende Melodien.
Sie haben bunte Kränze mir gewunden,Wie ich sie flocht in frohen KindertagenUnd wie ich sie nach still verhärmten StundenZum Grabeshügel meiner Braut getragen.
Ich danke dir. Dein Lied wird weiterschwingen,Wird mich durch fremde Wunderländer führenUnd meiner Seele reinste Saiten rühren.Und seine Klänge werden nie verklingen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 27, 1. Auflage, Hans Sachs-Verlag Schmidt-Bertsch & Haist, München, Leipzig, 1910
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Der Sängerin“, Fassung 3.441.625 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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