Zum Inhalt springen
Versbuch

Der Unfall

Joachim Ringelnatz · 18831934

16 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1929

Es sprach das Gehirn erschüttertZur Nase: „Du blutest stark!“Es sagte der Hut verbittert:„Ich bin total zerknittertUnd war auf Seide gefüttertUnd kostete dreißig Mark!“

Es sagte das Auge verschwommen:„Ich fühle mich wieder frei.Das Ganze wird uns gut bekommen;Das Herz ist nicht entzwei!“

Das Herz sagte: „Sowas kommt vor.Vor allem aber lebt unser Humor,Und deshalb werde ich nunIn eurem Namen Gott innig danken,Wie das die Erschreckten und Kranken –Leider fast nur die – tun!“

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Flugzeuggedanken, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1929
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Unfall“, Fassung 3.779.837 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Joachim Ringelnatz

Alle Gedichte von Joachim Ringelnatz ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Moderne und Expressionismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.