Der Verschmähte
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1910
Hell strahlen die festlichen Wände,Fanfaren schmettern laut.Es reichen sich selig die HändeBräutigam und Braut.
Es schwelgen im rauschenden GlanzeFrohe Damen und HerrnUnd wiegen sich lachend im Tanze. – –Nur einer steht fern.
Der schluchzt an der Tür wie ein Knabe.Hochzeit feiern sie laut,Ihm tragen sie heute zu GrabeDes anderen Braut.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 22, 1. Auflage, Hans Sachs-Verlag Schmidt-Bertsch & Haist, München, Leipzig, 1910
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Der Verschmähte“, Fassung 3.466.476 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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