Gerettet
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
35 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1909
Gottlob, nun schlägt die Freudenuhr,Die Denkschrift ist gekommen!Nun ist vom Bergmann an der RuhrDer Druck hinweggenommen.Frei atmet wieder jede Brust,Das Leid verwandelt sich in Lust,Heil, heil, dem wackern Möller! –
Er hat die Retter ja entsandt,Die Räte, die „Geheimen“ –Die haben allsogleich erkannt,Daß wir Gespenster träumenUnd daß vorhanden keine Not,Daß nichts von allem uns bedroht,Wovor wir bang gezittert.
Fürwahr, da sieht man wiederum,Jetzt müssen wir’s erkennen,Wir waren doch gewaltig dummMit unsrem Schrei’n und Flennen,Und unser Möller hatte Recht,Als er im Landtag schlicht und schlechtSprach von „Theaterpanik“. –
Nun ist ja alles, alles gut!Mag man auch weiter legenDie Zechen still – wir sind in Hut,Uns schützt Geheimratssegen. –Die Denkschrift ist uns Schirm und SchildVor jedem feindlichen Gebild,Es komme, was da komme! –
Und wenn hier unten an der RuhrWir harten Mangel leiden,Und wenn verödet liegt die Flur,Verdorrt das Feld, die Weiden, –Was macht’s! Wir ziehn dann fröhlich umUnd tragen als PalladiumDie Denkschrift vorn im Zuge. –
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 150-151, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Gerettet (Kämpchen)“, Fassung 1.097.693 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
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