Heinrich Heine
Heinrich Kämpchen · 1847–1912
32 Zeilen in 8 Strophen · zuerst gedruckt 1909
Und wirft man mein Bild aus dem Lorbeerhain,Ich selber zieh’ nicht von dannen –Sie können den toten Marmelstein,Doch den lebenden Geist nicht bannen. –
Sie hassen mich bitter, ich weiß es wohl,Und werden mich immer hassen,Ich bin’s gewohnt, und es kränkte mich,Wenn sie es wollten lassen. –
Es kränkte mich wie anderes nichtsUnd würde die Laune mir stören,So aber lache und spotte ichBei ihrem Keifen und Rören. –
Das schöne Korfu im GriechenmeerWar lange mir Heimat geworden,Bis daß gestorben die KaiserinUnd der Kaiser kam aus dem Norden. –
Ihr wißt, verschieden ist der Geschmack,So wie Verstand und Begabung –Was Galle und Ysop dem einen, das istDem anderen süße Labung. –
Mein Bild muß fort – mich haßt der CäsarUnd die Dichtungen meiner Leier,Weil ich in Vers und Prosa zu oftGerupfet den Preußengeier. –
Doch scheid’ ich vom schönen Korfu auchAls Steinbild, ich trag’ es gelassen –Ich bleibe dort, ich bleibe hier,Sie können den Geist nicht fassen. –
Mein Lied, es tönt und klinget fort,Noch nach viel hundert Jahren –Ich bleibe hier, ich bleibe dort,Trotz allen Preußen-Cäsaren.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Was die Ruhr mir sang, S. 124, k. A., Hansmann & Co., Bochum, 1909
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Heinrich Heine (I Kämpchen)“, Fassung 1.097.758 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Kämpchen starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 12060812X der Deutschen Nationalbibliothek.
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